Wege zur Gesundheit

Salutogenese Kongress 2019 in Wien

Am 8. und 9. November veranstaltet die GAMED, die Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin, in Wien einen Kongress zum Thema Salutogenese. Der Begriff wurde in den 1970er Jahren von dem US-amerikanisch-israelischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky geprägt und kann mit "Gesundheitsentstehung" übersetzt werden. Am anderen Ende des Spektrums steht die "Pathogenese", die Lehre der Krankheitsentstehung - eine in der Schulmedizin nach wie vor vorherrschende Denkweise. In deren Mittelpunkt steht die Frage nach der Ursache von Krankheiten sowie deren Bekämpfung. Eine salutogenetisch orientierte Medizin hingegen sucht nach Faktoren, die gesund erhalten und machen.

Viele Faktoren tragen zu Gesundheit bei

Laut Antonovsky entsteht Gesundheit insbesondere dann, wenn man ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl hat. Ist das der Fall, empfindet man seine Lebenssituation als verstehbar, handhabbar und mit einem höheren Sinn versehen. Salutogenese kann und soll aber weitergedacht werden. Das Konzept wird insbesondere von Ganzheitsmedizinern sehr geschätzt. Gesundheit wird als ein Zusammenspiel genetischer, biologischer, psychischer und sozialer Faktoren verstanden. Deshalb zählen zu gesundheitsfördernden Maßnahmen neben hochwertiger Nahrung und Bewegung auch Entspannung, Meditation, Hobbies und gute zwischenmenschliche Beziehungen. Nach dem Konzept der Salutogenese ist kein Mensch entweder gesund oder krank, sondern trägt immer sowohl gesunde als auch kranke Anteile in sich.

Gesundheitsfaktor Arbeit

Unser Sendungsgast Dr.in Susanne Schunder-Tatzber wird am Kongress der GAMED einen Vortrag zum Thema Arbeit und Salutogenese halten. Sie postuliert eine ganze Reihe von gesundheitsförderlichen Aspekten der Arbeit: finanzielle Sicherheit, Strukturierung des Alltags, soziale Kontakte, Steigerung des Selbstbewusstseins durch herausfordernde Tätigkeiten etc.
Besonders betont sie die negativen Seiten der Arbeitslosigkeit, wie Depressionen, Mangel an Selbstwertgefühl, Vereinsamung, usw.
Macht also Arbeit vor allem gesund? Bisher wurde ja häufiger die Ansicht "Arbeit macht krank" verbreitet …
Denn immer mehr Menschen müssen unter großen Zeitdruck ein hohes Arbeitspensum erledigen und leiden unter Stress, Überlastung, Mobbing etc. Und auch der 12-Stunden Tag ist weder eine Seltenheit noch ein Honigschlecken.

Salutogene Kommunikation

Diese Gesprächsform wurde von unserem Sendungsgast Theodor Dierk Petzold entwickelt und kann von Ärzten, Psychotherapeuten und Personen aus anderen Gesundheitsberufen erlernt werden. Zentrale Elemente sind Empathie, Wertschätzung, das Erforschen von Patientenressourcen (Talente, Stärken, Fähigkeiten) sowie die Ausrichtung auf attraktive Gesundheitsziele (z.B. Fitness, Sicherheit oder Freude).
Es gibt aber auch sehr praktische Anwendungen. In seinem Buch "Gesundheit ist ansteckend" führt Theodor Dierk Petzold entwaffnend einfache Beispiele an. Ein praktischer Arzt fragt sein Gegenüber: "Was tut Ihnen nachhaltig gut?"
Das geschieht, wie wir alle wissen, höchst selten. Häufiger wird gefragt: Wo und was tut denn weh?
Oder: In der kalten Jahreszeit fürchten sich viele Personen vor grippalen Infekten. Vom Standpunkt der "Gesundheitswissenschaft" wäre die Frage "Was alles tut meinem Körper im Herbst gut und welche Erlebnisse erwärmen meine Seele? zutreffender.
Die Salutogenese lädt Sie dazu ein, eine Erlebnisreise durch die vielen Facetten der Gesundheit zu beginnen.

Moderation: Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz
Sendungsvorbereitung: Mag.a Nora Kirchschlager und Dr. Christoph Leprich

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

Stellen Sie sich in Ruhe einmal die folgenden Fragen
(aus dem Buch "Gesundheit ist ansteckend" von Theodor Dierk Petzold):

Was bedeuten vollkommene Gesundheit und umfassendes Wohlbefinden für Sie?

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie gesund sind?

Woran spüren Sie, dass Sie gesund sind?

Nach welchen auch alltäglichen Erlebnissen fühlen Sie sich gut?

Hat Gesundheit für Sie etwas mit Entwicklung zu tun?

Wer ist für Sie ein Gesundheitsexperte?
Was sollte er Ihrer Meinung nach wissen und können?

In welchen Situationen sind Sie Ihr eigener Gesundheitsexperte?


Service

Studiogäste im FH Wien:

a.o. Univ.-Prof. Dr. med. Wolfgang Marktl
Physiologe
Präsident der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED)
Otto Wagner Spital
Sanatoriumstraße 2/Gebäude G
1140 Wien
Tel.: +43 1 688 75 07
E-Mail
Homepage

Dr.in Susanne Schunder-Tatzber MAS, MBA, MSc
Ärztin für Allgemeinmedizin, TCM Expertin, Ganzheitsmedizinerin, Arbeitsmedizinerin
Vorstandsmitglied an der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin
Prinz Eugen Str. 44/4
A-1040 Wien
Tel.: +43 664 3570089
E-Mail
Homepage

zugeschaltet vom NDR Hannover:

Theodor Dierk Petzold
Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
Leiter des Zentrums für Salutogenese
Barfüßerkloster 10
37581 Bad Gandersheim
Tel.: (0 53 82) 9554730
E-Mail
Homepage

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Das Konzept der Salutogenese
"Salutogenese - Wege zur Gesundheit" - GAMED Kongress 8./9.11.2019
Dachverband Salutogenese Göttingen
Zentrum für Salutogenese Zürich
Deutsches Zentrum für Resilienzforschung in Mainz
Arbeitskreis Salutogenese bei Krebs
Ganzheitliche Therapie und Salutogenese - Masterlehrgang am FH Campus Wien
Österreichische Plattform für Gesundheitskompetenz
Training der gesunden Stressregulationsfähigkeit (TSF)
Salutogene Kommunikation


Buch-Tipps:

Aaron Antonovsky, "Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit", dgvt-Verlag 1997

Theodor Dierk Petzold, "Gesundheit ist ansteckend - Praxisbuch Salutogenese", Verlag: Irisiana (13. Januar 2014)

Hans Wydler, Petra Kolip, Thomas Abel, "Salutogenese und Kohärenzgefühl: Grundlagen, Empirie und Praxis eines gesundheitswissenschaftlichen Konzepts", Beltz Juventa Verlag 2010

Claudia Meier Magistretti, Bengt Lindström, Monica Eriksson, "Salutogenese kennen und verstehen: Konzept, Stellenwert, Forschung und praktische Anwendung", Hogrefe Verlag 2019

Sendereihe