Historische Mauerteile von Pflanzen ueberwuchert.

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Die akademische Wende

Die akademische Wende. Oder: Wie die Mauer auf die ostdeutsche Wissenschaft fiel
Von Paul Lohberger

Als die Mauer am 9. November fiel, waren die gravierenden Folgen für die ostdeutsche Universitätslandschaft bald unübersehbar - und sie wirken bis heute nach: In den Naturwissenschaften wurde die Hälfte, in den Gesellschaftswissenschaften 80 Prozent des wissenschaftlich aktiven Personals abgebaut. Auch viele Uniabsolvent/innen mussten Karrieren in anderen Berufsfeldern starten. De facto wurden viele ältere Professoren in den Vorruhestand geschickt. Leitungen wurden neu mit Personal aus dem Westen besetzt. Spezialisierte Universitäten wurden in Fachhochschulen umgewandelt. - War das gerechtfertigt? Welche spezifische Exzellenz gab es in der DDR-Wissenschaft?

Einige akademische Karrieren haben die Wende überdauert. Allerdings hat aktuell keine einzige ostdeutsche Universität einen ostdeutschen Rektor. Oder eine ostdeutsche Rektorin - wie beispielsweise an der TU Wien, wo zurzeit eine in Leuna-Merseburg promovierte Werkstoffwissenschafterin die Leitung hat.

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