Berliner tanzen auf der Mauer und feiern den Mauerfall

APA/DPA

30 Jahre Mauerfall, Brexit, Ukraine

30 Jahre Mauerfall - ein Glückstag für alle aus der DDR? +++ 30 Jahre Mauerfall - sind wir wirklich "ein Volk"? +++ Ukraine - echte Hoffnung auf Frieden? +++ Brexit und kein Ende - was wird aus den Briten auf dem Kontinent?
Moderation: Agathe Zupan

30 Jahre Mauerfall - ein Glückstag für alle aus der DDR?

Am Samstag feiert Deutschland ein besonderes Jubiläum: Zum 30. Mal jährt sich der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989. Die bewegenden Bilder von tanzenden Menschen auf der Mauer wären nicht möglich gewesen ohne den mutigen Protest tausender Menschen in der DDR in den Monaten zuvor. Hanna Sommersacher hat mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die letzten Wochen vor dem Mauerfall gesprochen. Mario Schröder etwa, Ballettänzer und damals 24, ist zwischen seinen Tanzproben in Leipzig auf die Straße gegangen: "Euphorisch wurde es, als man gemerkt hat: man ist nicht einer von wenigen, sondern einer von ganz, ganz vielen." Und der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse erinnert sich mit Erstaunen und Freude: "Das war ein Aufbruch ins Freie. Wir Ostdeutschen wollten nicht nur Reisefreiheit, sondern auch Rechtsstaat und Demokratie". Ob die verwirklicht sind, sehen die früheren Bürger der deutschen demokratischen Republik heute durchaus kritisch.

30 Jahre Mauerfall - sind wir wirklich "ein Volk"?

Schon Monate vor dem 9. November, dem Tag, an dem die Mauer aufging, hat es gekriselt in der DDR, gab es heftige Proteste und Widerstand in der Bevölkerung gegen die Allmachtsherrschaft der SED. Ein Stichtag des Bürgerprotestes ist der 4. November 1989. Er brachte die erste offiziell angemeldete und genehmigte Demonstration in der Geschichte der DDR mit 500.000 Teilnehmern auf dem Alexanderplatz in Berlin. Legendäre Reden wurden bei dieser Demo gehalten, von Vertretern des untergehenden Regimes - vielfach ausgebuht-, aber auch von Künstlern und Intellektuellen der DDR, die einen Weg für einen neuen Sozialismus skizzierten. Der Journalist und Autor Patrick Bauer hat die Erinnerungen und Gedanken von Beteiligten an dieser Demo gesammelt und ein Buch daraus gemacht. Unter dem Titel "Der Traum ist aus. Aber wir werden alles geben, dass er Wirklichkeit wird." sprechen Menschen über das, was sie sich in diesem legendären November 1989 erwartet haben und was gekommen ist. Birgit Schwarz hat mit Patrick Bauer über die entscheidenden Tage vor der Wende gesprochen und auch darüber, was auf dem Weg zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung und danach schief gegangen ist.

Ukraine - echte Hoffnung auf Frieden?
Nach mehr als fünf Jahren Krieg gibt es nun wieder einen neuen Anlauf für Frieden in der Ostukraine. Möglich wurde diese neue Initiative durch den Machtwechsel in der Ukraine. Als Präsident versucht nun der ehemalige politische Kabarettist Volodimir Selenskij, die seit Jahren festgefahrenen Verhandlungen in Minsk mit neuem Leben zu erfüllen; erreicht wurde bisher der Wiederaufbau der Fußgängerbrücke bei Stanica Luganska, der es der Bevölkerung viel leichter machen wird, die Frontlinie zu überqueren. Außerdem erfolgte bei beim Ort Solotoe eine Truppenentflechtung, eine zweite soll beim Ort Petrivske stattfinden. Dadurch soll der Weg frei werden für einen Ukraine-Gipfel im sogenannten "Normandie-Format" mit den Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschland. Dieser Gipfel soll dem Friedensprozess insgesamt neue Impulse verleihen. Unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz hat jüngst wieder Orte an der Frontlinie besucht und in Minsk die Friedensverhandlungen beobachtet.
Brexit und kein Ende - was wird aus den Briten auf dem Kontinent?

Beim Brexit dreht sich inzwischen fast alles um Fragen der Wirtschaft, des Handels und der irischen Grenze, und was die Wahlen am 12. Dezember für neue Machtverhältnisse in Großbritannien bringen werden - und damit vielleicht neuerliche Komplikationen in der Frage, wie sich der Austritt aus der EU gestalten soll. Was dabei oft vergessen wird: Es geht auch um einzelne Schicksale. Denn die scheinbar unendliche Hängepartie betrifft viele Menschen ganz konkret. Zum Beispiel britische Lehrer, die an europäischen Schulen arbeiten und seit dem Brexit-Referendum vor einer ungewissen Zukunft stehen. Stephan Ueberbach hat mit Betroffenen gesprochen, an jener europäischen Schule in Brüssel, wo auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Konservative und Brexit-Hardliner Boris Johnson zur Schule gegangen sind.

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