Boxer um 1950

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Wohin verschwand ein Boxchampion 1944 in Paris?

"TKO". Von David Zane Mairowitz. Mit Raphaël Tschudi, Liliane Amuat, Aloysius Itoka, Dagna Litzenberger Vinet, Verena Buss, Linda Olsansky, Martin Butzke, Urs Jucker, Ludwig Boettger, Javier Baiges, Sebastian Schmid, Louis Herber, Federico Massini u.a. Tontechnik: Ueli Karlen. Regie: David Zane Mairowitz (SRF 2019)

"TKO" ist die Abkürzung für "Technischer Knockout" und bedeutet, dass ein Kämpfer vom Ringrichter ohne Anzählen aus dem Kampf genommen wird. Das Hörspiel "TKO" erzählt zwei Geschichten: jene des Boxers Emmanuel Zerbib, der sich während des Zweiten Weltkriegs trotz seiner doppelten Stigmatisierung - er ist Jude und hat tunesische Wurzeln - nicht vom Boxen abhalten lässt. 1943 wird er französischer Champion im Fliegengewicht und Europameister. Doch nach seinem letzten Kampf 1944, im Pariser Palais des Sports, verschwindet er spurlos.

Eng verbunden mit der Geschichte des Boxers Zerbib ist jene seiner Großnichte Edith, die sich Jahrzehnte später auf Spurensuche begibt. Edith Zerbib, Anfang zwanzig und mit ihrer eigenen Identität am Ringen, will wissen, was ihren Großonkel, dessen Geschichte in der Familie zum großen Tabu geworden ist, dazu gebracht hat, mit der eigenen Familie und dem jüdischen Glauben zu brechen. Edith recherchiert in Archiven und Bibliotheken - und sie macht zwei alte, gebrochene Menschen ausfindig, die im Leben ihres Großonkels eine zentrale Rolle gespielt haben: seinen letzten Gegner im Ring, den amerikanischen Boxer Al James, und Zerbibs große Liebe, die französische Filmschauspielerin Armèle Dulin.

Nach "Hornissengedächtnis" und "Züge in Gegenrichtung" bildet "TKO" den Endpunkt der Trilogie des Regisseurs und Autors David Zane Mairowitz, die sich mit Identitätsfragen und der Spurensuche im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust beschäftigt.

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