Menschen von unten beim Schwimmen

AFP/BORIS HORVAT

City Science Talk

Charakter: eine Frage der Persönlichkeit
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

Der Mensch verändert sich stärker als bisher von der Forschung angenommen. Denn der Charakter einer Persönlichkeit ist keine feste Konstante. Längere Zeit herrschte in der Wissenschaft die Meinung vor, dass sich die individuellen Eigenarten eines Menschen nach der Jugendzeit kaum mehr verändern würden, und dass der Charakter im jungen Erwachsenenalter ausgereift sei, was neue Studien widerlegen. In den letzten Jahren gehen Forscherinnen und Forscher den Ursachen dieser lebenslangen Veränderung nach und kommen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen: Von der Hypothese der "intrinsischen Reifung", die vor allem von biologischen Faktoren ausgeht, bis zu anderen Modellen, die den Lebenserfahrungen eine größere Bedeutung zumessen.
Weitgehend unbestritten scheint jedoch zu sein, dass Wut eine Domäne der Jugend und Ausgeglichenheit eher eine der späteren Lebensjahre ist. Manche Entwicklungspsychologinnen und -psychologen sehen die größten Veränderungen vor dem dreißigsten und nach dem siebzigsten Lebensjahr. Eine Studie zeigt, dass besser ausgebildete Jugendliche im Laufe der Zeit im Rahmen eines Sozialisationseffekts verträglicher, gewissenhafter und emotional stabiler werden. Diese Weichenstellungen hinterlassen Spuren im Charakter der Persönlichkeit. Wichtig ist es den Fachleuten, die Gefühlsqualität prägender Erlebnisse in die Forschung mit einzubeziehen. Gefühle verändern den Charakter.
Bei welchen Charakterpersönlichkeiten dies alles zum Tragen kommt und welche Eigenheiten einzelner Personen damit einhergehen, darüber diskutiert Elisabeth J. Nöstlinger mit Beatrice Rammstedt, Psychologin bei GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaft in Mannheim, dem Psychologen Aljoscha Neubauer von der Universität Graz und dem Persönlichkeitspsychologen Willibald Ruch von der Universität Zürich.

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