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Der neuseeländische Journalist und Autor Lloyd Jones

Am Horizont, wo sich die Perspektiven drehen. Redaktion: Alfred Koch

"Hier ist alles so, wie anderswo auf der Welt. Nur in einer kleineren Ausführung", sagt Lloyd Jones über seine Heimat Neuseeland. Viele Jahre reiste Jones als Journalist durch die Welt, es zieht ihn nach Europa, nach Asien und in die USA.

Mit dreißig Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman "Gilmore's Milchladen". 2006 erscheint "Mr. Pip", für den er den Commonwealth Writers' Prize erhält und auf die Shortlist für den Man Booker Prize kommt. Der Roman spielt auf der Insel Bougainville in Papua-Neuguinea, die während des Bürgerkriegs in den neunziger Jahren lange Zeit von der Außenwelt abgeriegelt war. Ein Krieg, den Lloyd Jones als Journalist miterlebte.

In seinem Roman lässt er aus der Sicht eines 13-jährigen Mädchens von dem Lehrer Mr. Watts erzählen, der seiner Klasse aus dem Charles Dickens Roman "Great Expectations" vorliest. Der Text fließt immer mehr in den Alltag der jungen Zuhörer und Zuhörerinnen ein und verändert ihre Sicht auf die Welt. Zuletzt erschien sein Roman "Geschichte der Stille".

Darin erzählt Jones von dem schweren Erdbeben, das Christchurch im Februar 2011 erschütterte. Die Betrachtung der fast völlig zerstörten Stadt wird für den Autor zu einer Suche nach der eigenen Vergangenheit, zu einer Reflexion über die verschwiegene Geschichte seiner Vorfahren - "als wären mit den verheerenden Erdstößen erst die Brüche und Lücken in Jones' eigener Familiengeschichte erkennbar geworden".

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