Die Shepard-Skala

GRIN - (CC BY-SA 4.0)

Physik und die Musik der Gegenwart

Möbius und Magie. Gestaltung: Irene Suchy

Seit 1995 entwickelt der Musiker, Computerkünstler und Webmuster-Erfinder Kurt Hofstetter auf elektronischem Weg Möbius-Sounds, Klänge, die vorwärts und rückwärts abgespielt ident klingen und somit ein zeitliches Pendant zum räumlichen Möbius-Prinzip darstellen. Er ist nur einer vieler Musikschaffenden, die konsequent mathematische und physikalische Prinzipien als Grundlage ihrer Kompositionsstruktur einsetzen.

Elliott Sharp hat musikalische Abläufe algorithmisch organisiert. André Werner verwendet in seiner Oper Lavinia A. eine psychoakustische Täuschung. Die Shepard-Skala ist eine scheinbar unendlich auf- oder absteigende Tonleiter. Werner konfrontiert sein Hörpublikum in seinem Streichquartett mit akustischer Uneindeutigkeit, mit Differenztönen; zwei hohe, laut gespielte Töne erwecken den Eindruck, ein dritter, tieferer Ton komme hinzu.

Akustische Verwirrung auf Basis von Schwebungen bestimmen die Kunst der Instrumentation. Im Zusammenhang von Bewegung und Klang erkunden David Pirro oder Gerhard Eckel Motion-Tracking-Systeme zur Klangproduktion. Eine Tänzerin wird zur Musikerin, die mit ihren Bewegungen die Komposition steuert. Klang und Körperbewegung gehen eine symbiotische Verbindung ein, formen ein Ganzes.

Das Wissen um die Möglichkeiten der Physik erweitert das analoge Komponieren in einen Raum der Magie. Quasi grenzenlos.

Sendereihe

Gestaltung