Ein Mädchen in rosa gekleidet läuft Stiegen runter

AFP/ED JONES

"Mach es rosa und mach es klein"

Über Geschlecht, Produkt und Werbung. Gäste: Dr. Marlene Kollmayer, Institut für Angewandte Psychologie, Fakultät für Psychologie, Universität Wien & Dr. Eva Koban-Röß, Koordinatorin des Fachbereichs Marketing, Fachhochschule der Wirtschaft Campus 02, Graz. Moderation: Barbara Zeithammer.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79; E-Mails an punkteins(at)orf.at

Ein rosa Einhorn, ein Glitzer-Tüll-Röckchen und eine Nähmaschine für das Mädchen, einen blauen Haifisch, einen Dinosaurierpullover und eine Werkbank für den Buben. Ein Adventkalender in pink, einer in blau. Lese-Anfänger-Geschichten über Pferde und Prinzessinnen und solche über Piraten und die Feuerwehr.

Werbung und Produkte, die Menschen direkt auf ihr biologisches und soziales Geschlecht ansprechen (wollen), hat in den vergangenen Jahren zugenommen - gerade bei Produkten für die Jüngsten. Sie versprechen "ungeahnte Umsätze" - und das durchaus auch bei ein und demselben Produkt, beispielsweise einer Akku-Bohrmaschine für Damen und einer für Herren oder Zahnbürsten für Frauen und Zahnbürsten für Männer. Gender-Marketing lautet der Fachbegriff, der vor allem bei Produkten für Kinder teilweise bizarre Ausmaße erreicht.

Doch "pink it and shrink it" (mach es klein und mach es rosa) greift als Devise für die Ansprache von Frauen zu kurz und das Spiel mit Geschlechter-Klischees gelingt nur in Ausnahmefällen. Sexismus ist in der Werbung nach wie vor ein Problem. Sonst wäre im August 2019 wohl kaum der "Anti-Sexismus-Beirat"´ erneut in den Beschwerdeverfahrensablauf des Österreichischen Werberates integriert worden.

Die Bildungspsychologin Marlene Kollmayer erforscht an der Universität Wien unter anderem Geschlechterstereotype in der Bildungssozialisation und im Spielzeug-Sortiment; Eva Koban-Röß, Koordinatorin des Fachbereichs Marketing an der Fachhochschule Campus 02 in Graz, beschäftigt sich unter anderem mit dem relativ jungen Spezialgebiet des Gender-Marketings und Fragen nach geschlechtergerechter Werbung. Im Gespräch mit Barbara Zeithammer geht es um die Welt in rosa und blau.

Was bedeutet es für Kinder, wenn ihre Welt schon vor der Geburt eingefärbt ist? Kann die Antwort auf die Fragen von Kindern nach Geschlecht - überspitzt formuliert - "Prinzessinnensuppe" und "Feuerwehrsuppe" lauten? Was ist dran an Aussagen und Beobachtungen von Eltern wie: Mädchen spielen lieber mit Puppen, Buben lieber mit Autos? Wann ist Marketing gendergerecht und warum benötigen wir das überhaupt?

Die Hörerinnen und Hörer sind wie immer herzlich eingeladen, sich mit ihren Erfahrungen und Gedanken an der Sendung zu beteiligen: live unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Sendereihe

Playlist

Urheber/Urheberin: Wolfgang Zamastil
Titel: für die Kinder - Track 3
Ausführender/Ausführende: Wolfgang Zamastil & Continuum
Länge: 01:53 min
Label: Session Work Records

Urheber/Urheberin: Wolfgang Zamastil
Titel: für die Kinder Track 6
Ausführender/Ausführende: Wolfgang Zamastil & Continuum
Länge: 02:58 min
Label: Session Work Records

Urheber/Urheberin: Wolfgang Zamastil
Titel: für die Kinder -Track 2 (davon unterlegt 01:35)
Ausführender/Ausführende: Wolfgang Zamastil & Continuum
Länge: 02:19 min
Label: Session Work Records

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