Marlis Petersen als Salome

WERNER KMETITSCH

Oper live aus dem Theater an der Wien

Mit Marlis Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan), John Daszak (Herodes), Michaela Schuster (Herodias), Martin Mitterrutzner (Narraboth), Tatiana Kuryatnikova (Page) u.a. "Salome"-Fassung von Eberhard Kloke
ORF Radio-Symphonieorchester Wien; Dirigent: Leo Hussain (Live-Übertragung der Premiere aus dem Theater an der Wien in 5.1 Surround Sound). Präsentation: Michael Blees

Gustav Mahler hat die Oper "Salome" seines Kollegen Richard Strauss als eines der größten Meisterwerke jener Zeit bezeichnet, Cosima Wagner soll dagegen, als Strauss ihr einige Passagen des Werks vorgespielt hat, entsetzt ausgerufen haben: "Das ist ja Wahnsinn! Nichtiger Unfug, vermählt mit Unzucht!"

Empörung und Skandale haben vielerorts die ersten Einstudierungen begleitet, an manchen Hofbühnen durfte die Oper wegen angeblich sittlich beleidigender Handlungen gar nicht erst aufgeführt werden. Doch gleichzeitig hat das Werk dem Komponisten auch einen sensationellen Erfolg beschieden: Mit der Salome wurde Strauss in die Reihe der führenden Musikdramatiker seiner Zeit erhoben.

"Mit dem genialen Wurf der Salome hatte Strauss die seiner künstlerischen Individualität gemäße Form des musikalischen Dramas gefunden, an der er auch in seinem späteren Bühnenschaffen im Wesentlichen festgehalten hat." So hat Rudolf Kloiber in seinem profunden "Handbuch der Oper" einst dieses Werk beschrieben. Das Wagner'sche Gestaltungsprinzip der Leitmotive ist beibehalten, die Struktur des Werks zeigt aber in Thematik, Rhythmik, Harmonik und Instrumentation so sehr das Gepräge eines Eigenstils, dass man gar nicht mehr an Richard Wagner denkt.

"Salome", uraufgeführt 1905 in Dresden, war das dritte Werk von Richard Strauss für die Opernbühne, gleichzeitig aber auch seine erste Bühnendramatische Komposition, die Weltgeltung erlangt hat und bis heute zum Kern des regulären Opernrepertoires zählt. Bis zur "Salome" hat man den dirigierenden Komponisten vor allem als Schöpfer von symphonischen Dichtungen gekannt und geschätzt, mit dem Werk hat sein Ruhm als Opernschöpfer begonnen - Richard Strauss war zu jener Zeit bereits mehr als 40 Jahre alt.

Der geschäftstüchtige Komponist, der mit seiner neuen Oper nicht nur an großen Bühnen aufgeführt werden wollte, hat selbst eine Fassung mit reduzierter Orchesterbesetzung für mittlere und kleinere Häuser erstellt. Allerdings wurde für diese Einrichtung zwar die Bläserbesetzung im Orchester reduziert, nicht aber die große Streicherbesetzung, wodurch - abseits der fraglichen Machbarkeit an kleinen Bühnen - spezifische Klangfarben der "Salome"-Partitur verloren gegangen sind.

Nicht diese Einrichtung durch Strauss selbst, sondern eine neue Transkription der Partitur für ein kleineres Orchester durch den Komponisten Eberhard Kloke wird bei der Neuproduktion des Werks im Theater an der Wien mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der musikalischen Leitung von Leo Hussain erklingen. Und in dieser Einstudierung wird die vielseitige Sopranistin Marlis Petersen nach ihrem fulminanten Münchner Rollendebüt erstmals in Österreich in der fordernden Titelrolle zu erleben sein.

Service

Diese Sendung wird in Surround Sound übertragen. Die volle Surround-Qualität erleben Sie, wenn Sie "Radio Ö1 live" auf ORF-SMART (HbbTV-Service) anwählen und über eine mehrkanalfähige Audioanlage anhören.

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