Die Freikirchen und das Miteinander der christlichen Kirchen in Österreich

Awakening Ökumene? In einer Spezialausgabe des Ö1-Religionsmagazins "Praxis" gehen Kerstin Tretina und Markus Veinfurter der Frage nach: Hat die Ökumene in ihrer traditionellen Form ausgedient - Und: Welche neuen Allianzen haben Zukunft?

"Awakening Austria" im Juni 2019 in der Wiener Stadthalle hat nicht nur wegen des Gebets für ÖVP-Chef Sebastian Kurz Aufsehen erregt: Auch für das Miteinander der christlichen Kirchen scheint diese Form des freikirchlich-charismatischen "Events" wegweisend zu sein. In einer Spezialausgabe des Ö1-Religionsmagazins "Praxis" gehen Kerstin Tretina und Markus Veinfurter der Frage nach: Hat die Ökumene in ihrer traditionellen Form ausgedient? Und: Welche neuen Allianzen haben Zukunft?

An sich gibt es in Österreich eine bewährte und vielfach hoch gelobte Form der Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen, Ökumene genannt. "Was nur in Österreich möglich war", so hätte 2008 die Festschrift "50 Jahre Ökumenischer Rat der Kirchen" heißen sollen, wenn es nach Peter Karner, damals Superintendent der evangelisch-reformierten Kirche, gegangen wäre. Tatsächlich hat Österreich lange international als Vorbild gegolten. Einen wesentlichen Beitrag zum "Modellfall" Österreich hat der ORF mit der "Ökumenischen Morgenfeier" geleistet (viele Jahre lang jeden Sonntag auf Ö1): Durch die gemeinsame Arbeit an einer gemeinsamen Radiosendung waren die Vertreter der getrennten christlichen Kirchen (und da und dort auch schon die eine oder andere Vertreterin) gleichsam "gezwungen", sich theologisch fundiert mit dem jeweiligen Gegenüber auseinanderzusetzen.

Doch in seiner traditionellen Form geht in der Ökumene nur noch wenig voran, hat jüngst Kardinal Christoph Schönborn kritisch angemerkt - als Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz immerhin der ranghöchste Vertreter der zahlenmäßig größten Kirche, der römisch-katholischen, in Österreich.

Schönborn sprach als "Stargast" beim Event "Awakening Austria" in der Wiener Stadthalle. Die Initiative dazu geht auf den Australier Ben Fitzgerald zurück, ein ehemaliger Pastor der "Bethel Church" in Redding, Kalifornien - einer typisch US-amerikanischen "Mega Church", die sich als "non-denominational", also als über-konfessionell, versteht. Sieht so die christliche Kooperation der Zukunft aus? Wofür stehen diese immer stärker werdenden, freikirchlichen oder charismatischen Gruppen, die von manchen Beobachter/innen als "sektenartig" bezeichnet wurden? Was steht hinter der fröhlich-ekstatischen Fassade des Lobpreises? Kerstin Tretina und Markus Veinfurter sind diesen Fragen nachgegangen.

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