Ephraim Kishon

APA/ROLAND SCHLAGER

Wenn Sie wüssten, wie es beim Radio zugeht

"Das drahtlose Theater". Von Ephraim Kishon. Aus dem Englischen von Friedrich Torberg. Es liest Günther Lieder.

Wer sich auf einsamen Autofahrten gerne von einem Hörspiel unterhalten lässt, kann gar nicht ahnen, wie es bei der Produktion zuging, meint Ephraim Kishon in seiner kurzen schwarzen Satire "Das drahtlose Theater". Die Wahrheit sei nämlich: Das laufe grauenhaft ab, seit das Fernsehen das Radio kaltblütig umgebracht habe. Das Budget sei knapp und die Schauspieler, die man noch kriege, seien mittelmäßig und unzuverlässig.

Der israelische Schriftsteller mit ungarischen Wurzeln greift den medialen Umbruch seiner Sechzigerjahre mit Scharfblick auf, um ihn in gekonnt Kishon'scher Manier zu überspitzen. In seiner Kurzgeschichte herrschen ungeheure Zustände hinter den Kulissen eines israelischen Radiosenders: Das Putzpersonal steuert die Livemusik bei. Studios sind verschlossen, Bänder werden vertauscht, Schauspieler verschwinden. In der Mitte steht ein Regisseur unter Strom. Schließlich soll das Hörspiel in nur einer Woche auf Sendung gehen - und der Techniker, der die Aufnahme leiten sollte, muss gerade im Nebenstudio als Sprecher einspringen.

Gestaltung: Martin Sailer
Moderation: Antonia Löffler

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"Das drahtlose Theater". Von Ephraim Kishon. Aus: "Kein Applaus für Podmanitzki". Aus dem Englischen von Friedrich Torberg. Erschienen im Verlag Langen Müller, 1973.

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