Stimmen hören

mit Chris Tina Tengel.
Herzensstimme mit großer Ambition: das Beste von Mirella Freni

Was für ein herrliches Korrektiv zum "Diven"-Fimmel der Gegenwart sind die unzähligen ausgezeichneten Aufnahmen der vor 85 Jahren geborenen Mirella Freni, die auf den Opernbühnen der Welt eine der prägenden Stimmen ihrer Generation gewesen ist. Im Karrierebeginn eng mit dem Tenor Luciano Pavarotti, privat zuerst mit dem Dirigenten Leone Magiera, dann mit dem Bassisten Nicolai Ghiaurov verbunden, setzte die aus Modena stammende Sopranistin erste Markierungen im lyrischen Koloraturfach, fand in der Mimi und Giacomo Puccinis "La Bohème" früh ihre Lebensrolle, wollte aber bald über diesen Radius hinaus - sogar mit noch arg mit Callas-Stempel versehenen Partien wie der Violetta in Verdis "La Traviata". In den 1970er Jahren, auch dank Dirigenten wie Herbert von Karajan und Claudio Abbado, war's geschafft.

Matronenhafte Verdi- und Puccini-Stimmen waren außer Mode, Mirella Freni also eine Wunschbesetzung von "Simon Boccanegra" bis "Madama Butterfly". Doch Mirella Freni, attitüdefrei und von ihrem Publikum von Herzen geliebt, setzte in ihrem 6. Lebensjahrzehnt noch eins drauf, eroberte sich Tschaikowsky und Cileas "Adriana Lecouvreur". Die Divenoper par excellence!

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