Das Ziffernblatt einer Turmuhr

AFP/NOGI KAZUHIRO

Langsam, langsam, wir haben keine Zeit

Der Schriftsteller und Schauspieler Matthias Brandt
Feature von Matthias Däuble

"Ich kann nur die Bedingungen schaffen, dass eine Geschichte die Möglichkeit hat, sich zu erzählen," meint Matthias Brandt, "wie lange das dann dauert, weiß ich nicht". Seinem ersten Buch, der "autobiografisch grundierten" Geschichtensammlung "Raumpatroullie" stellte Brandt den Satz voran: "Alles, was ich erzähle, ist erfunden. Einiges davon habe ich erlebt. Manches von dem, was ich erlebt habe, hat stattgefunden".

Für den Schauspieler und Autor ist das nicht nur eine kreative Maxime: Er müsse wahnsinnig aufpassen, sagt Matthias Brandt, Sohn des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt, dass sich nicht irgendwelche Historiker auf ihn beziehen. "Blackbird", Brandts erster Roman, ist im Sommer 2019 erschienen. Er spielt in den späten 1970er Jahren, in einer analogen Welt ohne digitale Dauervernetzung, der Protagonist ist ein Teenager im selben Alter wie es Brandt, Jahrgang 1961, damals selbst war. Es war keine Nostalgie, die ihn bewogen hätte, dieses Buch zu schreiben, meint Brandt, "wohl aber Sehnsucht nach Freiräumen, die es einmal gegeben hat".

Sendereihe

Gestaltung

  • Matthias Däuble

Übersicht