Nach dem Unglück von Brumadinho: Eine von Schlamm zerstörte Landschaft.

ISIS MEDEIROS/MAB

Der Hunger nach Rohstoffen und seine Folgen

Bergbau, Umweltschutz und Menschenrechte - wie geht das zusammen?
Gestaltung: Ulla Ebner

Etwa 50 verschiedene Metalle stecken in einem Smartphone. Für den Ausbau von erneuerbarer Energie braucht es bestimmte - teils heikle Rohstoffe: Seltene Erden für die Generatoren von Windrädern, Lithium und Cobalt für Elektroautos. Dementsprechend wächst der weltweite Rohstoffbedarf, und das hat Folgen.

Etwa ein Drittel aller Menschenrechtsverletzungen weltweit haben etwas mit dem Abbau von Rohstoffen zu tun, schätzen die Vereinten Nationen. Gerade in Ländern des globalen Südens gibt es teils schwere Vorwürfe gegen multinationale Bergbaukonzerne: Sie werden verantwortlich gemacht für Vertreibungen von Kleinbauern und Indigenen, sie sollen paramilitärische Einheiten finanzieren, die Umweltaktivisten einschüchtern oder gar ermorden, sie sollen Sicherheitsmängel ignorieren. In der brasilianischen Kleinstadt Brumadinho kostete vor einem Jahr ein durch Fahrlässigkeit verursachter Dammbruch mehr als 270 Menschenleben. Gleichzeitig verursachen der Abbau und die Verarbeitung von Rohstoffen etwa 50 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Wie also kann eine Rohstoff-Politik aussehen, die sowohl sozial wie auch ökologisch nachhaltig ist? Vor dieser Herausforderung steht Österreich derzeit. Denn heuer soll eine Neufassung der "Österreichischen Rohstoffstrategie" ausgearbeitet werden. Der Zweck einer solchen Strategie ist es, sicherzustellen, dass heimische Unternehmen alle Rohstoffe bekommen, die sie benötigen. Gleichzeitig möchte die neue Rohstoff-Strategie Unternehmen zu einem ökologisch und sozial nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen motivieren.

Auf einer Diskussionsveranstaltung der "AG Rohstoffe", einer Plattform von acht Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, wurde kürzlich darüber debattiert, wie Lieferketten besser überwacht werden können, welche Rolle Recycling und Kreislaufwirtschaft spielen und warum das alles in der Praxis nicht so einfach ist wie es klingt.

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