Walter M. Robertson

ÖNB

Österreich lernt Demokratie

Schwerpunkt: 1945 und die Folgen. Anfänge, Widersprüche, Kontinuitäten
Wir lernen denken.
Wie die Amerikaner den Österreichern Demokratie beibrachten - die Rundfunkpolitik der USA.
Feature von Eva Roither und Andreas Kloner

"Hier ist der österreichische Sender Rot-Weiß-Rot!" Mit diesen Worten eröffnet der amerikanische Generalmajor Walter M. Robertson am 6. Juni 1945 den Rundfunk in Salzburg und formuliert die Ziele der Besatzungsmacht folgendermaßen: "Möge dieses Medium dazu beitragen, die Österreicher zu einem gut unterrichteten Volk zu machen".

Gut unterrichtet sein, das hieß: den Lebensstil, die Institutionen und demokratischen Prinzipien der USA kennenzulernen. In der wöchentlich ausgestrahlten Sendung Wir lernen denken geben die Amerikaner Kurse in Demokratie: "Was ist Pressefreiheit" und "Was machen wir mit den kleinen Nazis?", lauten die Themen der ersten Folgen. Mit unterhaltenden Programmen wie Amerika in Wort und Musik oder Die Stimme Amerikas verfolgt man ebenfalls didaktische Ziele.

Die österreichische Bevölkerung reagiert mit Skepsis, das Salzburger Tagblatt veröffentlicht eine Karikatur; Sie zeigt einen Mann, der vor seinem Radio sitzt und die Sendung Wir lernen denken hört. "Früher hatten wir's einfacher", heißt es in der Sprechblase, "da hat der Führer für uns gedacht".
In dem Feature erinnern sich ehemalige Mitarbeiter/innen des Senders Rot-Weiß-Rot, der erste von Amerika eingesetzte Radiochef Hans Cohrssen, der Amerikaner Walter Roberts und der US- Program-Officer Arthur Bardos an Aufbrüche in Österreich und an die politisch angespannte Zeit in den Nachkriegsjahren.

Ton: Martin Leitner

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