Angestellte Menschen in Spanien, Mann telefoniert

APA/AFP/JOSE JORDAN

Spanien, Italien, Polen, Tschechien

Spanien: Die Krise ist noch lange nicht vorbei +++ Italien: Mathilde Schwabender über ein Land im Umbruch +++ Polen: Die Corona-Pandemie beschleunigt das Ende des Kohlebergbaus +++ Tschechien: Das Internet als Marktplatz für Pädophile
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Spanien, Italien, Polen, Tschechien

Spanien: Die Krise ist noch lange nicht vorbei
Die Corona-Pandemie hat in Spanien tiefe Spuren hinterlassen. Der rigorose Lockdown schickte rund eine Million Menschen in Kurzarbeit. Die Wirtschaft wird laut einer Studie des Banco de España noch bis 2023 an den Folgen leiden, im schlimmsten Fall könnte die Arbeitslosenrate auf 23 Prozent klettern. Auch die Innenpolitik blieb von der Krise nicht verschont. Die konservative Opposition gibt der Minderheitsregierung die Schuld am Ausmaß der Pandemie, wirft ihr Verschleierung der wahren Infektions- und Todeszahlen vor und will mit Protesten das Ende der linken Koalition beschleunigen. Josef Manola berichtet.

Italien: Mathilde Schwabender über ein Land im Umbruch
In kaum einem anderen Land Europas haben sich Politik und Gesellschaft in den letzten Jahren so schnell gewandelt wie in Italien, und die Corona-Krise hat diese Entwicklung noch einmal beschleunigt. Parteien kommen und gehen, die Wirtschaft ist in der Krise, die regionalen Unterschiede verstärken sich. Und nach letzten Umfragezahlen befürwortet inzwischen eine Mehrheit der Bevölkerung einen Austritt aus der EU. Wie ist es so weit gekommen und wie kann es mit Italien weitergehen - das erklärt die langjährige Rom-Korrespondentin des ORF, Mathilde Schwabeneder, in ihrem Abschiedsinterview, bevor sie in diesem Sommer in Pension geht.

Polen: Die Corona-Pandemie beschleunigt das Ende des Kohlebergbaus
In Polen wird fast 90 Prozent des Stroms aus Kohle gewonnen - mit ein Grund, warum das Land bei Plänen für einen "Green New Deal" der EU-Kommission auf der Bremse steht. Die Corona-Pandemie zeigt aber, wie verwundbar die polnische Kohleindustrie ist. Mindestens 4.000 Bergleute haben sich infiziert, der Abbau musste vorübergehend eingestellt werden. Und die meisten Unternehmen schreiben trotz staatlicher Unterstützung seit Jahren rote Zahlen. Die Regierung will in diesem Sommer einen Plan für den Umbau des Kohlesektors vorstellen. Und es ist wohl kein Zufall, dass das erst nach der wichtigen Präsidentschaftswahl passieren soll, berichtet aus Kattowitz Jan Opielka.

Tschechien: Das Internet als Marktplatz für Pädophile
Der Dokumentarfilm "Gefangen im Netz" hat in Tschechien eine breite Debatte über sexuellen Missbrauch im Internet ausgelöst. Darin geben sich die Filmemacher als zwölfjährige Mädchen aus, die auf sozialen Netzen unterwegs sind. Innerhalb kürzester Zeit bekamen sie mehrere tausend Anfragen älterer Männer, sehr viele davon mit sexuellem Inhalt. Das tschechische Bildungsministerium, das den Film unterstützt hat, fordert jetzt europaweite Maßnahmen, um gegen sexuelle Übergriffe im Netz vorzugehen, berichtet Kilian Kirchgeßner.

Moderation: Markus Müller-Schinwald

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