Ungarn, 1956: Menschen stehen auf einem sowjetischen Panzer

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Ö1 Kunstsonntag

Ö1 Kunstsonntag: Isolation, Aufruhr, Flucht und Befreiung

Wir unternehmen in den Fugen des Kunstsonntags heute eine Zeitreise zurück ins Ungarn der 1950er Jahre

Kürzlich ist Nikoletta Kiss Debüt-Roman "Das Licht vergangener Tage" bei Heyne erschienen. Er spielt im kommunistischen Ungarn der 1940er und 50er Jahre - eine dunkle und prägende Zeit der ungarischen Geschichte. Der Roman hat den Anspruch von dieser Zeit zu berichten und zu unterhalten. Er ist nicht autobiographisch, dennoch gibt es einen Bezug zur Biografie der Autorin, die zu Gast ist im ersten Teil des Kunstsonntags.

Die Geschichte des Romans spielt im Budapester Künstlermilieu. Im Mittelpunkt steht die junge Schauspielerin Rebeka Bárdossy und der Künstler István Szabó. Deren Geschichte ist geprägt von Enteignung, Flucht, großen Träumen und ihrer tragischen Liebe. Außerdem spielt der Roman im Berlin, Wien und Budapest der Gegenwart. Die erfolgreiche Berliner Galeristin Anna begibt sich durch einen Kunstfund auf die Spuren ihrer Großmutter Rebeka. Die zwei Frauen lernen sich kennen, reiben sich aneinander und wachsen.

Noch heute gehen Risse durch viele ungarische Familien, manifestiert in unterschiedlichen Wertungen der turbulenten Novembertage des 1956er Volksaufstandes gegen das kommunistisch-stalinistische Regime. Wir hörten viel über diese Fluchtbewegung - damals 2015, als wieder eine große Fluchtbewegung durch Europa zog - und oft wurde auf die Humanität Österreichs Mitte des 20. Jahrhunderts fokussiert.

In der heutigen Radiosession wird COVID-19 konform gejazzt, in den Tonspuren ist der Autor M. Blecher isoliert, der US-amerikanische Jazzpianisten Chick Corea setzt einen Meilenstein und Wolfgang Pollanz bezieht sich in den neuen Texten auf Leonard Cohen.

Nach den Nachrichten stellt der Komponist Johannes Maria Staud in Zeit-Ton extended seine Lieblingsmusik vor, in Zoom->In sehen wir uns Kinderfilmerinnerungen durch und danach geht wieder der Vorhang auf für die Reihe "Theater im Hörspiel": Peter Handkes "Kaspar" aus dem Jahr 1968 wird heute gegeben.

Sendereihe

Gestaltung

  • Hans Groiss