Belgische Menschen auf der Flucht, 1914

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Zwischen Willkommenskultur und Ablehnung

Flucht und Asyl im historischen Kontext
Von Gabriele Anderl

In den Debatten um das Asylrecht nach 1945 ging es - wie Analysen zeigen - stets um sehr grundlegende Fragen der politisch-moralischen Orientierung der jeweiligen Gesellschaften. Den ideologischen Rahmenbedingungen kam eine zentrale Rolle zu. So wurden Flüchtende aus kommunistischen Ländern während des Kalten Krieges vergleichsweise wohlwollend aufgenommen.

Doch selbst damals konnte die "Willkommenskultur" leicht in Ablehnung kippen, wie sich am Beispiel der Fluchthilfe aus der DDR in die BRD zeigen lässt. Der Historiker Patrice G. Poutros erinnert daran, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Flüchtlings- und Asylpolitik in Deutschland und Österreich von dem Motiv geleitet gewesen sei, die ethnische Homogenität in Gesellschaften aufrechtzuerhalten und die Entstehung von Diasporas so weit wie möglich zu verhindern.

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