Kuh mit Bergblick

APA/DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND

Bäume am Limit

Der Waldökologe Klaus Katzensteiner spricht über die Dynamik im Bereich der alpinen Waldgrenze.
Teil 4: Unterschiedliche Verbreitungsstrategien
Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Die Gipfel der Alpen reichen in vielen Bereichen über die natürliche Waldgrenze hinaus. Wo diese genau liegt, ist nicht immer leicht festzustellen, denn der Mensch hat viele Hochlagen gerodet, um Weideland zu gewinnen. Die Höhe der natürlichen Waldgrenze hängt von den jeweiligen klimatischen Bedingungen ab. Generell kann man sagen, dass sie im Inneren der Alpen höher liegt als am Alpenrand oder an isolierten Bergspitzen.

Selbst oberhalb der Waldgrenze findet man vielfach noch einzelnen Bäume oder kleine Baumgruppen. Wo sie aufhören, spricht man von der Baumgrenze. Sowohl Wald- wie auch Baumgrenze sind in den letzten Jahrzehnten in Bewegung gekommen. Einerseits nimmt die landwirtschaftliche Nutzung der Hochlagen immer weiter ab. Wo einst Almflächen und Bergmähder freigehalten wurden, kehrt heute der Wald zurück. Anderseits führt der Temperaturanstieg dazu, dass sich die Vegetationszonen verschieben, und damit auch die Bäume höher "steigen" - zumindest solange es genügend Niederschläge gibt.

Die höhere Waldgrenze wird in den nächsten Jahrzehnten auch zu markanten Veränderungen des Landschaftsbilds führen. Manche Grasberge, die heute gute Aussichten bieten, werden in Zukunft vielleicht gänzlich bewaldet sein.

Service

GESPRÄCHSPARTNER:
Univ.-Prof. DI Dr. Klaus Katzensteiner
Universität für Bodenkultur
Institut für Waldökologie


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