Landkarte aus der Zeit der Habsburger Monarchie

ALEXANDRA RIEDER

Korrektur der Grenzen

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1
Michelstettner Schule

Die Michelstettner Schule war bis 1972 eine Volksschule, in der die Kinder des Dorfes dicht an dicht auf alten Holzbänken saßen. Als sie wie viele kleine Landschulen geschlossen wurde, war der Lehrer und spätere Schuldirektor Rudolf Lukschanderl so klug, die alte Einrichtung und all die Unterrichtsgegenstände zu retten und das "Niederösterreichische Schulmuseum" einzurichten. Mittlerweile besitzt der Verein, der das Schulmuseum betreut, 55.000 originale Schulobjekte.

Zwischen 2005 und 2007 wurde das Schulmuseum umgebaut; heute ist es eine liebevoll und mit vielen Details eingerichtete Schule mit erlebbaren Klassenräumen, erzählt Alexandra Rieder, die Obfrau des Vereins Niederösterreichisches Schulmuseum. In den Klassenräumen kann man sich zum Beispiel in den Schulalltag um 1920 hineinversetzen. Wer heute über zu hohe Schülerzahlen klagt, möge sich vorstellen, wie es damals zugegangen ist.

Für die Museumsleiterin Maria Kranzl ist das spannendste Objekt der Michelstettner Schule eine große Landkarte aus der Zeit der Habsburger Monarchie: "1919, nach dem Ersten Weltkrieg und den Beschlüssen von St. Germain, ist ja die Monarchie zerfallen, und die Grenzen wurden geändert. Ein Lehrer hat dann zum Pinsel gegriffen und mit der Hand die neuen Grenzen eingezeichnet."

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Michelstettner Schule
Schulberg 1, 2151 Michelstetten

Objekt: Karte der Monarchie, in die ein Lehrer 1919 die Grenzen neu eingezeichnet hat

Service

Michelstettner Schule

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in dieser Sendereihe ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

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Sendereihe

Gestaltung

  • Sonja Bettel