Detail des Flügelaltars von Werner Berg

Werner Berg Museum

Landwirt und Avantgardist

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1
Werner Berg Museum

Werner Berg fand in Südkärnten seine Wahlheimat. Er kam am Beginn der 1930er Jahre aus dem deutschen Wuppertal nach Kärnten, kaufte den Rutarhof in der Nähe des Klopeinersees, und lebte hier als Bauer. "Er hat einmal gesagt, er muss ganz nahe an den Dingen sein," sagt Arthur Ottowitz, Leiter des Werner Berg Museums in Bleiburg / Pliberk "um etwas wahrlich empfinden und auf die Leinwand bringen zu können, muss man es erlebt haben. Da ist er natürlich ganz im Geiste seiner großen Vorbilder, den deutschen Expressionisten, allen voran Emil Nolde, aber auch Karl Schmidt-Rottluff."

Ständig gezeigt wird im Werner Berg Museum der Altar der Heiligen Familie, ein 1933 geschaffenes Zentralwerk von Werner Berg. In der Formsprache des Expressionismus wird die Weihnachtsgeschichte erzählt. Ursprünglich malte Berg den Altar für ein Nonnenkloster in Bayern. Doch die Nonnen lehnten das Werk aufgrund der damals sehr avantgardistischen Darstellung ab. Eine stillende Maria, also ein nackter Busen, das war in den 1930er Jahren Tabu. "Werner Berg wurde in Folge ja auch in der Entartete-Kunst-Ausstellung 1937 als ,entarteter Künstler' diffamiert", berichtet Arthur Ottowitz. Als der Künstler zum Ehrenbürger ernannt wurde, im Jahr 1968, vermachte er den Altar der Heiligen Familie der Gemeinde Bleiburg.

Bis 31. Oktober 2020 läuft die Ausstellung "Manfred Deix trifft Werner Berg". Verblüffende Ähnlichkeiten und teilweise Übereinstimmungen der beiden scheinbar so unterschiedlichen Künstler treten durch den Dialog der Werke zutage - und es wird offensichtlich, wie viel Humor in den Bildern von Werner Berg enthalten ist, die sonst eher als melancholisch, zurückhaltend und gedämpft betrachtet werden.

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Werner Berg Museum
10. Oktober Platz 4, 9150 Bleiburg / Pliburk

Objekt: Altar der Heiligen Familie (1933)

Service

Werner Berg Museum

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in dieser Sendereihe ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

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