Hebamme mit Baby und Bottich

ÖNB

Geburtshilfe

Zur Geschichte des Gebärens. Mit Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV.
Gestaltung: Isabelle Engels

Bis in die Neuzeit hinein war die Geburtshilfe eine reine Frauensache. Schwangere und Gebärende wurde von erfahrenen Hebammen unterstützt. Diese waren angesehene Frauen, deren Wissen mündlich tradiert wurde. Im ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelte sich die moderne technisierte Medizin. Diese Entwicklung machte auch vor der Frauenheilkunde nicht halt. In vielen Städten wurden Gebär- bzw. "Accouchierhäuser" errichtet, wo auch ledige Frauen ihre Kinder zur Welt bringen durften - ohne Strafe, allerdings unter der Bedingung, sich durch männliche Ärzte und Studenten untersuchen zu lassen.

Erste geburtshilfliche Instrumente wurden an diesen Frauen erprobt. Eine wesentliche chirurgische Erfindung dieser Zeit war der Kaiserschnitt, der im Notfall das Leben des Kindes retten konnte, jedoch für viele Gebärende den Tod bedeutete. Eine der Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsrate der Wöchnerinnen war bis ins 19. Jahrhundert hinein das sogenannte Kindbettfieber. Erst der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis brachte dies in Verbindung mit der mangelhaften Desinfektion der Hände der behandelnden Ärzte.
Im 20. Jahrhundert kam es einerseits zu einer weitere Medikalisierung und Hospitalisierung des Geburtsgeschehens, andererseits zu Gegenbewegungen hin zu mehr Selbstbestimmung werdenden Mütter.

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