Papst sitzt in einem Stuhl

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Der Papst und die Unfehlbarkeit

"Roma locuta - Causa finita". Mit einem kontroversiellen Thema - seit "Pastor aeternus" von 1870 - beschäftigt sich die Sendereihe LOGOS

Wenn Rom gesprochen hat, dann ist die Sache abgeschlossen: Mit diesen Worten soll der Heilige Augustinus schon im 4. Jahrhundert die Vollmachten des Papstes umschrieben haben - und zitiert werden sie bis heute, da und dort sogar noch auf lateinisch: "Roma locuta, causa finita". Vor genau 150 Jahren wurde daraus eine verbindliche Glaubenswahrheit für die römisch-katholische Kirche - unter den etwas sperrigen Begriffen "Infallibilität" (Unfehlbarkeit) und "Iurisdiktionsprimat".

Der Widerstand war freilich groß unter den katholischen Bischöfen aus aller Welt, die zum Ersten Vatikanischen Konzil in Rom versammelt waren. Beschlossen wurde die dogmatische Konstitution "Pastor aeternus" dennoch - am 18. Juli 1870.

Ein vielleicht sperriges, aber höchst kontroversielles Thema - und das beginnt beim Begriff "Infallibilität": Soll er mit "Unfehlbarkeit" übersetzt werden? Oder mit "Irrtumslosigkeit"? Oder am besten gar nicht?

Angewandt, so meinen manche, wurde die Infallibilität seit 1870 nur einmal - vor 70 Jahren, als die Aufnahme der "Gottesmutter" Maria in den Himmel "mit Leib und Seele" zur verbindlichen Glaubenswahrheit erklärt wurde.

Andererseits taucht die Unfehlbarkeit in der Debatte über die Zulassung von Frauen zum Weiheamt immer wieder in den vatikanischen Dokumenten auf. Und auch bei der Entstehung der Pillen-Enzyklika "Humanae Vitae" dürfte sie eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Weniger Zweifel gibt es am "Iurisdiktionsprimat" des Papstes: Dieser ist im Kirchenrecht klar festgeschrieben - und kommt bei jeder Bischofsernennung sehr deutlich und sehr öffentlich zum Ausdruck.

In der Schwerpunktreihe über den "Bischof von Rom und sein Amt als ‚Papst'" beleuchtet LOGOS Entstehung und Gegenwart eines höchst umstrittenen Dogmas.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter