Hagia Sophia, Sudan, Europäische Sozialfonds

Kritik an Umwandlung der Hagia Sophia in Moschee +++ Sudan: Keine Todesstrafe mehr für Abfall vom muslimischen Glauben +++ Diakonie: Europäische Sozialfonds nicht kürzen, sondern aufstocken

1. Kritik an Umwandlung der Hagia Sophia in Moschee

Nachdem am 10. Juli bekannt wurde, dass die zum Weltkulturerbe zählende Hagia Sophia in Istanbul vom jetzigen Status eines Museums wieder in eine Moschee umgewandelt werden soll, reißt die Kritik am Vorhaben der Türkei nicht ab. Ursprünglich war die Hagia Sophia fast 1000 Jahre lang das größte Gotteshaus der Christenheit. Zutiefst bedauert wird die jüngste Entwicklung etwa von der UNESCO, die russisch-orthodoxe Kirche kritisiert, dass die Sorgen von Millionen Christen nicht gehört worden seien und Papst Franziskus sagte, es schmerze ihn, wenn er an das Wahrzeichen in Istanbul denke. Andreas Mittendorfer hat den Ostkirchenexperten Dietmar Winkler um seine Einschätzung gefragt.


2. Sudan: Keine Todesstrafe mehr für Abfall vom muslimischen Glauben

Im Sudan gibt es 30 Jahre nach der Einführung des islamischen Scharia-Rechts erhebliche Lockerungen auf gesetzlicher Ebene.
Unter anderem wurden Regelungen wie das Apostasiegesetz, wonach bislang für den Abfall vom muslimischen Glauben die Todesstrafe stand, abgeschafft. Christinnen und Christen soll es zudem künftig erlaubt sein, Alkohol zu trinken, zu importieren und zu verkaufen, kündigte die Übergangsregierung des Nordafrikanischen Landes an, das sich nach dem Sturz des langjährigen autoritären Staatschefs Omar al-Bashir vor einem Jahr in einem Demokratisierungsprozess befindet. Die jüngsten Entscheidungen der Übergangsregierung sind eine Folge jener Bedingungen, die viele internationale Finanzinstitutionen, die jetzt Hilfe gewähren, gestellt haben, darunter auch die Aufhebung des Apostasiegesetzes.


3. Diakonie: Europäische Sozialfonds nicht kürzen, sondern aufstocken

Am 17. und 18. Juli tagen die Staats- und Regierungschefs zum EU-Haushalt 2021-2027. Der Europäische Sozialfonds, der eine wesentliche Säule für soziale Absicherung in Europa ist, soll deutlich gekürzt werden. Im Vergleich zur aktuellen Förderperiode um über 20 Milliarden Euro. Diese Gelder werden insbesondere für benachteiligte Personengruppen fehlen, die in der aktuellen Corona-Krise mehr denn je Unterstützung brauchen, kritisiert die evangelische Diakonie Österreich. Die Weiterfinanzierung von Projekten für z.B. wohnungslose Menschen oder Pflegeleistungen sei damit unsicher.
Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser fordert daher ein "Social Investment Package", um die Folgen der Corona-bedingten Finanz- und Wirtschaftskrise zu mildern.

Moderation: Martin Gross

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