Eine Uhr gestoppt von einer Bombe aus 1945.

AP

Die Schweizerkinder - Erinnerungen an 1945

Die Schweiz als Schlaraffenland für unterernährte und vom Krieg gezeichnete Kinder aus Österreich

Im Rahmen des Projektes "1945 erinnern" entstanden 2005 in Zusammenarbeit mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen der Universität Wien fünf "Moment"-Sendungen über ganz persönliche Rückblicke auf das Jahr des Kriegsendes. In Teil drei schilderten drei ehemalige "Schweizerkinder" ihren Aufenthalt im Nachbarland, in das tausende stark unterernährte Kinder zur Erholung verschickt wurden. Irene Hammermüller war vier Jahre alt, Robert Kranczicz sieben und Anton Partl acht, als sie in der Schweiz ankamen. Österreich war von Bombenschäden und Unterversorgung gezeichnet, in der Schweiz gab es keine Schäden, die Kinder kamen sich wie in einem Schlaraffenland vor, wo es Schokolade, Bananen und auch sonst genug zu essen gab. Irene Hammermüllers Pflegefamilie wollte sie sogar adoptieren.

Im anschließenden Studiogespräch bringt die Historikerin Heidemarie Uhl diese Schilderungen in einen aktuellen zeitgeschichtlichen Kontext und spricht über die emotionale Ambivalenz zwischen den Bindungen an neue Pflegeltern und denen an die Eltern in Österreich. Oder über den abrupten Wechsel von der Hitlerjugend in eine behütete Rolle in der Schweiz, einem Land in Frieden ohne Zerstörung, Terror und Indoktrination
Die damals verschickten Kinder sind noch immer im Verein "Club der ehemaligen Schweizerkinder" organisiert.

Gestaltung: Matthias Däuble und Lukas Tremetsberger

Sendereihe

Übersicht