Helga Schubert

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Helga Schubert, Mekka, "Ouverture Spirituelle"

Was lange währt, wird endlich gut - Aus dem Leben der 80-jährigen Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert +++ Vor der großen Pilgerfahrt - Das Phänomen Mekka +++ Im Zeichen des Friedens und des religiösen Dialogs - Ein Beitrag im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes 100 Jahre Salzburger Festspiele +++ Von der Kraft der Hoffnung - Bibelessay zu Matthäus 13,24-30

1. Was lange währt, wird endlich gut - Aus dem Leben der 80-jährigen Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert

Das erste Mal war die 1940 in Berlin geborene Helga Schubert 1980 zum literarischen Wettlesen eingeladen worden, hatte damals aber keine Ausreisegenehmigung aus der DDR bekommen. 1987 und in den darauffolgenden Jahren war sie zwar als Jurorin beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis dabei, aber dass sie selbst noch einmal Anwärterin auf die Auszeichnung sein sollte, das ist erst heuer geschehen. Am 18. Juni wurde das Wettlesen - coronavirusbedingt - virtuell ausgetragen und Helga Schubert ging mit ihrem Text "Vom Aufstehen" als Siegerin hervor.
Sie blickt darin auf ihre schmerzhafte Mutterbeziehung zurück. Der Vater, ein Jurist, war 1941 im Zweiten Weltkrieg gefallen. Die Mutter, eine Volkswirtin, die später als Bibliothekarin tätig war, blieb mit der Tochter allein zurück. Nahm die 5-Jährige nach Kriegsende mit auf die Flucht. Prägte das Leben der Tochter entscheidend, ohne dass sich jedoch nachhaltige Gefühle von Wärme oder Nähe eingestellt hätten. Helga Schubert wurde Autorin, klinische Psychologin und eine engagierte evangelische Christin. Vor diesem Hintergrund liest sich ihr Siegertext noch einmal ganz neu, findet Brigitte Krautgartner, die einen sehr persönlichen Beitrag über ihre Begegnung mit Helga Schubert gestaltet hat, eine Begegnung via Fernsehen zwar - und doch sehr privat.


2. Vor der großen Pilgerfahrt - Das Phänomen Mekka

Stünde die Welt nicht unter dem Eindruck des Coronavirus, würden sich derzeit hunderttausende muslimische Pilgerinnen und Pilger auf den Hadsch, auf die Wallfahrt nach Mekka in Saudi-Arabien vorbereiten, die heuer von 28. Juli bis 2. August stattfindet. Doch aus Sorge vor einem Anstieg der Corona-Fälle begrenzt Saudi-Arabien die Zahl der Pilger/innen beim diesjährigen Hadsch drastisch - und ausländische Pilger/innen werden erst gar nicht ins Land gelassen. Zuletzt haben rund zwei Millionen Menschen jährlich Mekka im Zuge des Hadsch besucht, dessen Höhepunkt das Opferfest, Id al-Adha, ist. Dabei wird des Propheten Ibrahim gedacht, der sich besann und statt seines Sohnes einen Widder opferte, weshalb beim Opferfest Fleisch unter Verwandten, Freunden und Bedürftigen verteilt wird. Gläubige Musliminnen und Muslime sollten, sofern sie dazu in der Lage sind, zumindest einmal im Leben nach Mekka pilgern und dort sieben Mal die Kaaba umrunden, ein dunkles quaderförmiges Gebäude im Innenhof der "Heiligen Moschee" und als "Haus Gottes" das zentrale Heiligtum des Islam. Ein Faszinosum und ein altes semitisches Heiligtum war der Ort schon für arabische Stämme in vorislamischer Zeit. Kerstin Tretina mit einem Einblick in das Phänomen Mekka und in die Welt der muslimischen Pilgerinnen und Pilger, die die Kaaba bereits mit ihren eigenen Augen gesehen haben.


3. Im Zeichen des Friedens und des religiösen Dialogs - Ein Beitrag im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes 100 Jahre Salzburger Festspiele

Auch sie fällt heuer dem Coronavirus zum Opfer: Die Auftaktwoche der Salzburger Festspiele, die "Ouverture Spirituelle", die seit 2012 der Sakralmusik und dem Dialog der Religionen gewidmet ist. Ganz im Zeichen des Gründungsgedankens der Festspiele, nach dem Ersten Weltkrieg ein europäisches Friedensprojekt aus dem Geist der Kunst zu schaffen, ist sie konzipiert. Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam standen in den vergangenen Jahren thematisch bereits im Mittelpunkt, nach den "Lacrimae", den Tränen, wäre es heuer "Pax", der Friede, gewesen. Ein Auftrag, der für die kommenden Jahre bestehen bleibt. Maria Harmer hat alte Aufnahmen im Archiv gesucht und neue Gedanken dazu eingeholt.


4. Von der Kraft der Hoffnung - Bibelessay zu Matthäus 13,24-30

Das biblische Gleichnis, das am Sonntag, 19. Juli, in römisch-katholischen Kirchen zu hören ist, erzählt vom Unkraut unter dem Weizen, von Bösem und Gutem, von Gerecht und Ungerecht, das doch manchmal kaum zu unterscheiden ist. Beides soll wachsen, bis es reif zur Ernte ist. Und damit auch die Hoffnung, dass der gute Same aufgehen und nicht ersticken wird. Der katholische Theologe und Bibelwissenschaftler Josef Schultes fühlt sich durch das Gleichnis, aufgeschrieben um das Jahr 80 oder 90, an seine bäuerlichen Vorfahren erinnert - und in seinen Garten gestellt, bei Sonnenaufgang.

Service

Bibelessay zu Matthäus 13,24-30

Sendereihe

Gestaltung

  • Doris Appel

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Joseph Haydn/1732 - 1809
Titel: Missa brevis in B-Dur "Sancti Joannis de Deo" Hob.XXII: 7 "Kleine Orgel Solo Messe" - für Soli, konzertierende Orgel, 2 Violinen und Baß
* 11. Kyrie (00:01:44)
Populartitel: Johannes von Gott
Solist/Solistin: Dorothea Röschmann /Sopran
Solist/Solistin: Bernarda Fink /Alt
Solist/Solistin: Helmut Wildhaber /Tenor
Solist/Solistin: Klaus Mertens /Baß
Solist/Solistin: Elisabeth Ullmann /Orgel
Orchester: Wiener Akademie /Mitglieder
Leitung: Martin Haselböck
Länge: 01:44 min
Label: Novalis 1500952

Urheber/Urheberin: Gregorianik
Album: INTROITUS - GREGORIANIK IM KIRCHENJAHR
Titel: Ecce Deus adiuvat - 16. Woche im Jahreskreis
Textanfang: Ecce Deus adiuvat me, et Dominus susceptor est animae meae : averte mala inimicis meis
Anderssprachiger Textanfang: Seht, Gott ist mein Helfer, und der Herr ist der Hüter meiner Seele
Gesamttitel: 34 WOCHEN IM JAHRESKREIS - TEIL II
Chor: Grazer Choralschola
Choreinstudierung: Franz Karl Praßl
Länge: 02:45 min
Label: ORF Radio Österreich 1 CD 058

Komponist/Komponistin: Augustin Harder/1775-1813
Bearbeiter/Bearbeiterin: Friedrich Heinrich Eickhoff/1807-1880
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Paul Gerhardt/1607-1676
Bearbeiter/Bearbeiterin: Engelbert Humperdinck /Satz "Sang & Klang fürs Kinderherz", Berlin 1909/1854-1921
Album: EXKLUSIVE VOLKSLIEDER CD-SAMMLUNG VOL.3 (LIEDERPROJEKT VON CARUS/SWR2)
Titel: Geh aus, mein Herz, und suche Freud
Textanfang: Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser schönen Sommerszeit an deines Gottes Gaben
Solist/Solistin: Christiane Oelze /Sopran
Solist/Solistin: Eric Schneider /Klavier
Länge: 01:42 min
Label: Carus 83005

Komponist/Komponistin: Jacobus Clemens non Papa/zw.1510 od.1515 - um 1555 od.1556 ?
Album: PILGRIMAGE TO SANTIAGO / PILGERREISE NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA
Titel: O Maria vernans rosa
Textanfang: O Maria vernans rosa porta caeli speciosa clarior sideribus
Anderssprachiger Textanfang: O Maria, Rose des Frühlings, prächtiges Tor zum Himmel...leite mich und hilf mir
Chor: Monteverdi Choir
Choreinstudierung: John Eliot Gardiner
Länge: 05:43 min
Label: Solo Deo Gloria SDG701

Komponist/Komponistin: Johann Sebastian Bach/1685 - 1750
Titel: Messe in h-moll BWV 232 für Soli, Chor und Orchester / 2.Teil
SANCTUS (00:04:09)
* 10. Sanctus / Chor (00:04:09)
Populartitel: Hohe Messe
Solist/Solistin: Jennifer Smith /Sopran
Solist/Solistin: Michael Chance /Countertenor
Solist/Solistin: Nico van der Meel /Tenor
Solist/Solistin: Harry van der Kamp /Baß
Chor: Niederländischer Kammerchor
Orchester: Orchestra of the 18th Century
Leitung: Frans Brüggen
Länge: 04:09 min
Label: Philips 4262382

Komponist/Komponistin: Hossam Ramzy
Gesamttitel: MUSIC FROM THE ISLAMIC WORLD
Titel: Desert Images 1
Länge: 03:00 min
Label: JW media music JW 2133

Komponist/Komponistin: Gregor F. Narholz
Gesamttitel: ANCIENT CULTURES 1
Titel: OLD ISLAMIC TALES
Anderer Gesamttitel: Illustrationen für alte Kulturen, Kunst und Landschaft IN kleinen Besetzungen mit ethnischen Solo-Instrumenten.
Länge: 00:50 min
Label: SONOTON MUSIC SCD 325, LC07573

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