Verfallenes Hotel, Eingangsbereich

ANDREAS SCHINDL

Ein verfallendes Haus inmitten der Sommerfrische

"Zur schönen Aussicht". Von Andreas Schindl. Es liest: Joseph Lorenz. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Zur schönen Aussicht" nennt der Wiener Arzt und Schriftsteller Andreas Schindl seine Erzählung, die in der österreichischen Sommerfrische spielt. Obwohl im Text nicht namentlich genannt, ist unschwer der Kurort Reichenau an der Rax zu erkennen. Während eines Spaziergangs entdeckt der Sommertheaterbesucher aus Wien im Wald ein ehemals herrschaftliches Hotelgebäude, das dem Verfall preisgegeben wurde. Im Inneren findet er ein seltsames Arrangement vor, das auf einen vorübergehenden Bewohner des abbruchreifen Hauses hindeutet. Der neugierige Gast aus der Stadt begibt sich inmitten der "architektonischen Verwesung" dieses "Leichnams einer menschlichen Behausung" auf eine Phantasiereise. Er versucht, aufgrund weniger vorgefundener Requisiten eine geheimnisvolle männliche Figur zu rekonstruieren, deren Sinnsuche scheitert. Doch zurück in der gediegenen Atmosphäre seines eigenen Hotels bleibt dem Besucher nur die ferne Ahnung einer ihn selbst betreffenden Frage nach dem richtigen Leben im Falschen.

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Andreas Schindl, "Zur schönen Aussicht", Manuskript, 2020

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