Forum Alpbach, Archivbild

ÖNB

Die Geistesrepublik

Die Geschichte des Österreichischen Colleges
Gestaltung: Michael Liensberger

Eine "Geistesrepublik" nannte eine österreichische Tageszeitung einmal die Internationalen Hochschulwochen des Österreichischen Colleges in Alpbach.

Wir blenden zurück: Am 25. August 1945, also drei Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, schlägt die Geburtsstunde des Europäischen Forums Alpbach. Es gibt noch keine Bahnverbindung zwischen Brixlegg und dem kleinen Tiroler Dorf, das auf ca. 1.000 Meter Seehöhe liegt. Die Teilnehmer/-innen müssen den Weg zu Fuß zurücklegen und ihre Lebensmittelmarken zur Eigenverpflegung mitbringen.

75 Jahre sind nun vergangen, seitdem der 27 Jahre alte Wiener Student und Widerstandkämpfer gegen das NS-Regime, Otto Molden, gemeinsam mit dem Innsbrucker Dozenten für Philosophie, Simon Moser, die "Internationalen Hochschulwochen des Österreichischen Colleges" als Spontanaktion aus der Taufe gehoben hat. Das Problem mit der Bahn- und Busverbindung ist seit Jahrzehnten gelöst und auch die Verpflegung vor Ort für die Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer funktioniert mittlerweile ohne Schwierigkeiten.

Das Europäische Forum Alpbach hat einen wesentlichen Beitrag zum geistigen Leben Nachkriegseuropas geleistet.
Schon ab Mitte der 1940er-Jahre kommen allsommers Geistesgrößen aus Medizin, Philosophie, Physik oder Wirtschaft hierher und diskutieren mit dem ursprünglich vorwiegend sehr jungen Publikum. Und das ist erst der Anfang. Aus den ersten 14 Tagen von 1945 wird im Laufe der Zeit einer der wichtigsten Think Tanks Mitteleuropas.

Michael Liensberger spürt anhand von Originaltondokumenten aus dem Alpbach-Archiv der Geschichte des Europäischen Forums nach - mit einigen Überraschungen: Bis heute wurden nur vereinzelt Ausschnitte dieses Schatzes ausgestrahlt. Zusätzlich beleuchtet er die Veränderung des Forums, denn im digitalen Zeitalter befindet sich auch die Stiftung, in der Spezialist/-innen aus verschiedenen Bereichen tätig sind, mit ihren umfangreichen Angeboten und Programmen im stetigen Wandel. Die Geisterrepublik reformiert sich zusehends selbst.

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  • Michael Liensberger

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