Ein Blick durch das Fenster eines Labors

DPA/BILDFUNK

Null und nichtig?!

Vom Wert negativer Studienergebnisse
Von Magdalene Schmude

Artikel in renommierten Fachmagazinen wie "Science" oder Nature" stellen die Weichen für wissenschaftliche Karrieren. Diese mächtigen Journale haben allerdings eine Vorliebe für Erfolgsgeschichten. Für unzählige Studien bedeutet das: Endstation Schublade.

Das Phänomen ist seit 1979 bekannt. Damals beschrieb der Psychologe Robert Rosenthal den Umstand, dass nicht signifikante Ergebnisse in der Psychologie gar nicht erst zur Veröffentlichung eingereicht würden, und prägte dafür den Ausdruck "file drawer-problem" - Schubladeneffekt. Wie viele Studien heute in der Schublade landen, lässt sich nur schätzen - auch das ist Teil des Problems.

Grobe Anhaltspunkte liefert ein 2012 veröffentlichter Artikel der Soziologin Annie Franco von der Stanford University, für den sie das Phänomen in den Sozialwissenschaften untersucht hat. Ihre Bilanz: Nullergebnisse werden in der untersuchten Stichprobe zu knapp zwei Dritteln gar nicht erst aufgeschrieben. Nur 20 Prozent erscheinen in einer Fachzeitschrift. Eine problematische Bilanz, denn auch negative Studienresultate können wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefern.

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