MAMUZ-Außengelände

MAMUZ

Knochenflöte für komplexe Melodien

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

MAMUZ Schloss Asparn

Im MAMUZ, dem Mistelbach Asparn Museumszentrum im Schloss Asparn an der Zaya in Niederösterreich, könnte man vieles als "Objekt der Begierde" auswählen. Neben dem archäologischen Freigelände, in dem zum Beispiel ein jungsteinzeitliches Langhaus im lebensgroßen Modell steht, gibt es drei Stockwerke mit zahlreichen spannenden Artefakten und Installationen zur Schriftzeit, zur Metallzeit und zur Steinzeit.

Franz Pieler, er ist wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ, führt uns für sein liebstes Objekt bis ins Dachgeschoß des Schlosses, wo die Steinzeiten ausgestellt sind: "Diese Knochenflöte ist in den 1980er Jahren entdeckt worden, und zwar auf der Fundstelle Grubgraben, das ist in der Nähe von Kammern bei Langenlois. Die Auffindung war durchaus ungewöhnlich. Der Ausgräber hat ein größeres Geweihstück gefunden und hat eine Blockbergung vorgenommen, damit er nichts zerstört. Als er das Geweih im Labor feinsäuberlich freigelegt hat, ist diese Knochenflöte aufgetaucht, die an der Unterseite des Geweihstücks angehaftet ist."

Die Flöte war aus dem Schienbein eines Rentiers gefertigt worden. Sie hat drei Grifflöcher mit etwa fünf Millimeter Durchmesser, man konnte damit also komplexere Melodien spielen. Vielleicht gab es sogar noch ein viertes Griffloch, das Mundstück und der vordere Teil fehlen jedoch.

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Gestaltung: Sonja Bettel

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MAMUZ Schloss Asparn/Zaya
Schlossgasse 1, 2151 Asparn/Zaya

Objekt: Knochenflöte aus Grubgraben

Service

MAMUZ

Fundstelle Grubgraben

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in der Radioserie Das Objekt der Begierde ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

Sendereihe

Gestaltung

  • Sonja Bettel