Jüdisches Museum Hohenems

JÜDISCHES MUSEUM HOHENEMS

Die Lederhose des Kantors

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

Jüdisches Museum Hohenems

Im Jüdischen Museum in der Vorarlberger Stadt Hohenems befindet sich in einem der vielen Schaukästen eine Lederhose. Sie ist einfach gefertigt, wirkt unscheinbar und ist mit einem Hirsch-Emblem versehen. Ihr ist anzusehen, dass sie bereits oft getragen wurde. Die Lederhose gehörte einst dem Kantor Harry Weil. Mehreren Hohenemsern verhalf Harry Weil über den Rhein zur Flucht in die Schweiz. Im Juni 1938 musste er selbst emigrieren. Ein Jahr später schaffte er es, mit seiner katholischen Frau, mit seinem Kind - und der Lederhose im Gepäck - weiter in die USA. Später wurde er dort Vertreter für Vorarlberger Schmelzkäse der Firma Rupp.

Im 17. Jahrhundert wurden in der damaligen Reichsgrafschaft Hohenems gezielt Juden angesiedelt. So entstand dort bis ins 18. Jahrhundert hinein eine große, jüdische Gemeinde. Durch Heirats- und Migrationsnetzwerke war sie mit den großen, europäischen Metropolen eng verbunden. "Das brachte urbane Kultur in diesen recht kleinen Ort.", so Hanno Loewy, der Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems.

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Jüdisches Museum Hohenems
Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems

Objekt: Lederhose des letzten Hohenemser Kantors Harry Weil

Service

Jüdisches Museum Hohenems
Jüdische Familiengeschichte in Vorarlberg und Tirol

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in der Radioserie Das Objekt der Begierde ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

Sendereihe

Gestaltung

  • Jakob Fessler