Ausstellungsansicht

NICOLE HEILING

Hühner und zwei Brillantenringe

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

Haydn-Haus Eisenstadt

Mehr als ein Jahrzehnt lang lebte Joseph Haydn mit seiner Frau Maria Anna Theresia in der einem Haus in der heute nach ihm benannten Gasse in Eisenstadt. Heute ist es als Museum öffentlich zugänglich; das Ausstellungsmanagement des Haydn-Hauses wird von Theresia Gabriel geleitet.

1768 brennt das Gebäude fast bis auf die Grundmauern ab. Ursache dafür ist eine Feuersbrunst in Eisenstadt als Folge eines Blitzschlages. Damit nicht genug - acht Jahre später fressen sich neuerlich Flammen durch die Eisenstädter Unterstadt und beschädigen das Haydn-Haus aufs Neue. Doch Haydn hat Glück im Unglück: Er hat eine Art von "Versicherung" abgeschlossen, und diese kommt zum Teil für die Schäden auf. Dafür muss Haydn allerdings eine Liste anfertigen, eine sogenannte "Brandconscription", wo er alle Gegenstände, die bei dem Brand verlorengegangen sind, auflistet.

Diese hat er offensichtlich nicht so sehr nach dem Wert der Schadensobjekte gemacht, sondern er dürfte aus dem Gedächtnis geschrieben haben; er notiert "Hühner" die im Brand umgekommen sind, und danach steht dann gleich "zwei Ringe mit Brillanten". Weiters "an Mobiliar ein Gläserkasten, ein eingelegter Schrank, fünfzig Bilder samt Glas und Rahmen." Interessanterweise sind weder Instrumente noch Noten aufgelistet. Möglicherweise konnten Noten und Instrumente rechtzeitig vor dem Feuer gerettet werden.

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Gestaltung: Gerhard Krammer

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Haydn-Haus Eisenstadt
Joseph Haydn-Gasse 19 & 21, 7000 Eisenstadt

Objekt: Brandconscription

Service

Haydn-Haus Eisenstadt

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in der Radioserie Das Objekt der Begierde ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

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