Türkisch-islamische Vereine, Jesiden, Papst-Enzyklika

Türkisch-islamische Vereine wehren sich gegen Vorverurteilung +++ Jesiden-Oberhaupt gestorben +++ Titel der neuen Papst-Enzyklika sorgt für Irritationen

1. Türkisch-islamische Vereine wehren sich gegen Vorverurteilung

Seit 2019 prüfen Beamte des Finanzministeriums 211 Vereine und Körperschaften von insgesamt vier Dachverbänden im türkisch-islamischen Bereich. Die Prüfungen wurden im Auftrag des Kultusamtes durchgeführt und sollen unter anderem etwaige nach dem Islamgesetz verbotene Finanzierungen dieser Vereine aus dem Ausland identifizieren. Das Finanzministerium hat mehrere Verfehlungen festgestellt, sowohl steuer- und abgabenrechtlich als auch im Sinne des Islamgesetzes. Als Konsequenz daraus soll rund 40 Prozent der geprüften Vereine die Gemeinnützigkeit aberkannt werden, wodurch sie unter anderem ihre steuerliche Begünstigung verlieren und beträchtliche Summen nachzahlen müssten.


2. Jesiden-Oberhaupt gestorben

Das geistliche Oberhaupt der religiösen Gemeinschaft der Jesiden, der Baba Scheich, ist nach Angaben kurdischer Medien am 1. Oktober im Alter von 87 Jahren verstorben. Er war weithin als Friedenstifter und Mann der Versöhnung bekannt.
Die monotheistische Religion der Jesiden hat ihr Zentrum im Norden des Irak. Sie waren in der Vergangenheit als religiöse Minderheit immer wieder Diskriminierungen ausgesetzt. Als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) 2014 die Region um das Sindschar-Gebirge im Nordirak überrannte, brachte sie Tausende jesidische Männer um. Frauen sowie Kinder wurden verschleppt und versklavt. Viele werden bis heute vermisst. Ein UN-Bericht kam zu dem Schluss, dass der IS einen Völkermord an den Jesiden begangen habe.


3. Titel der neuen Papst-Enzyklika sorgt für Irritationen

Der Titel der angekündigten Papst-Enzyklika sorgt schon im Vorfeld für Irritation. „Fratelli tutti“ - "alle Brüder" heißt sie, wird am 4. Oktober veröffentlicht und schließt in einigen Sprachen wie Deutsch und Englisch zumindest im Titel die Frauen aus. Es ist ja ein Zitat vom Heiligen Franz von Assisi, hieß es zunächst aus dem Vatikan, der auf die Kritik dann doch reagiert hat. War es Gedankenlosigkeit oder entspricht es einer Vatikan-Linie, die schon nach der für Frauen enttäuschenden Amazonien-Synode erkennbar war, die entgegen den Erwartungen vieler den Weg für katholische Priesterinnen nicht frei gemacht hat? - Gestaltung: Susanne Krischke

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