Electrial Walks

KUBISCH

Christina Kubisch. Dem Unhörbaren auf der Spur

musikprotokoll 2020. Electrical Walks mit Christina Kubisch.

Seit den 1970er Jahren beschäftigt sich Christina Kubisch mit elektromagnetischer Induktion. Als sie in den Neunzigern eine größere Installation mit im Raum verspannten elektrischen Kabeln realisierte, hörte sie plötzlich diverse Signale einstrahlen. Es war jene Zeit, in der sich immer mehr elektromagnetische Felder bildeten. Kubisch ließ sich spezielle Kopfhörer bauen, mit denen sie diese hörbar machen und gleichzeitig aufnehmen konnte. Seit der Jahrtausendwende veranstaltet sie "Electrical Walks", bei denen das Publikum die Möglichkeit hat, entlang einer vorgeschlagenen Route die so vielfältig klingenden elektromagnetischen Felder, deren Anzahl beständig zunimmt, selbst zu erkunden - beim diesjährigen ORF musikprotokoll nun auch in Graz.

"Die Palette dieser Geräusche, ihre Klangfarben und Lautstärke variieren von Ort zu Ort, von Land zu Land", so die Künstlerin. "Eines haben sie gemeinsam: sie sind überall, auch dort, wo man sie nicht vermuten würde. Lichtsysteme, Transformatoren, Diebstahlsicherungen, Überwachungskameras, Handys, Computer, Aufzüge, Straßenbahnleitungen, Antennen, Navigationssysteme, Bankautomaten, Leuchtreklamen, Elektrogeräte etc. bilden Stromfelder, die wie unter einem Tarnmantel versteckt und doch von unglaublicher Präsenz sind."

Im Vorfeld zum musikprotokoll, das morgen beginnt, hören wir noch einmal ein Gespräch, das Susanna Niedermayr 2015 mit der Klangkunst-Pionierin in deren Atelier in Berlin geführt hat.

Gestaltung: Susanna Niedermayr

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