Ultra-orthodoxe Juden während des Sukkots

AP/SEBASTIAN SCHEINER

David Weiss über Sukkot

"Bei Wind und Wetter". Gedanken über das jüdische Laubhüttenfest macht sich der Schriftsteller David Weiss

Sukkot, das jüdische Laubhüttenfest, ist auch ein Erntedankfest. Erntedank wird auf der ganzen Welt auf verschiedene Arten von allen Kulturen gefeiert. Sukkot erinnert zudem an die Zeit des Auszugs aus Ägypten. An ein Dasein als Nomaden ohne Landbesitz. Die Israeliten und ihre Herden hätten in der Wüste ohne die Hilfe und den Schutz Gottes nicht überlebt.

Historisch ist, dass eine Menschengruppe nicht ohne die andere überlebt: Jäger und Sammler nicht ohne Gärtner, Hirtennomaden nicht ohne Ackerbauern. Das US-amerikanische Thanksgiving erinnert daran, dass die englischen Siedler ohne die First Nations nicht überlebt hätten. Viehzüchter und Ackerbauern, Pilger und Indianer treffen einander und tauschen ihre Erträge. So wird aus zwei Lebensweisen ein Volk.

Menschen brauchen und helfen einander. In dem Zusammenhang erwähnt die Thora das Laubhüttenfest an mehreren Stellen. Im dritten Buch Mose heißen die sieben Festtage erstmals Laubhüttenfest (Lev 23,34), und es feiern ausschließlich die Israeliten. Im fünften Buch wird der Kreis der Feiernden von der Kernfamilie auf Fremde und Außenseiter erweitert. (Dtn 16,14) Der Prophet Sacharja erhebt das Laubhüttenfest und seine Wallfahrt zum Tempel in Jerusalem schließlich zur Pflicht für alle. Auch für Ägypter und Heiden. (Sach 14,16-19)

Wer will, kann hier eine Entwicklung erkennen. Erntedank bedeutet also einerseits Danksagung für die Früchte des Feldes, der Gärten und für den Ertrag der Herden. Andererseits für den Frieden, den Gesellschaftsvertrag und den Mehrwert, den jede und jeder am anderen hat. Das regelmäßige Zusammentreffen an einem heiligen Ort wird zum spürbaren Erlebnis des gemeinsamen Ziels. Zum Vergleich, das idealisierte Motto der USA lautet darum bis heute: E pluribus unum. Aus der Vielfalt wird eines.

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Max Janowski
Bearbeiter/Bearbeiterin: Marvin Hamlisch
Bearbeiter/Bearbeiterin: William David Brohn
Album: HIGHER GROUND
Titel: Avinu malkeinu ("Unser Vater, unser König")
Solist/Solistin: Barbra Streisand /Gesang m.Begl.
Leitung: Marvin Hamlisch
Orchester: Unbekannt
Chor: Unbekannt
Länge: 02:00 min
Label: Columbia COL 4885322

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