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CHRISTIAN BRÄUCHLER

Getrocknete Archive

Herbarien, ein Schatz für die Wissenschaft
Von Ulrike Schmitzer

Niemand sammelte so viele Orchideen wie er: Heinrich Gustav Reichenbach besaß die größte private Orchideensammlung des 19. Jahrhunderts. Er vermachte seine 60.000 Bögen mit getrockneten Orchideen dem Naturhistorischen Museum Wien. Hier sind heute die Spezialisten mit der Digitalisierung der Herbarien beschäftigt. Denn die Reichenbach-Sammlung ist international begehrt - jeder Orchideenforscher muss auf seine Typusbelege zurückgreifen.

Sie sind die Referenz für Artnamen, so etwas wie der Urmeter in der Physik: Alle anderen werden mit dieser als erste benannten Pflanze verglichen. Auch für die Klimaforschung dienen Herbarien als Zeitarchive. Sie belegen, welche Pflanzen wo gewachsen sind und wie sich die Biodiversität verändert hat. Im Naturhistorischen Museum lagern - nach einer gerade abgeschlossenen Zählung - insgesamt 23.000 Kisten mit rund 5,5 Millionen getrockneten Pflanzen - ein Schatz für die Wissenschaft.

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