Bolsonaro hält die Daumen in die Höhe währrend er eine Maske trägt.

AFP/EVARISTO SA

Corona-Lage in Brasilien

Wie die Pandemie dem Präsidenten nützt.
Gestaltung: Ulla Ebner

Der berühmte Karneval von Rio de Janeiro wird diesmal ausfallen. Ebenso die pompösen Neujahrsfeiern. Denn auch wenn die Infektionszahlen langsam rückläufig sind - das Virus hat Brasilien nach wie vor fest im Griff. Mehr als 150.000 Menschen sind dort bereits an Covid-19 gestorben. Unter den Opfern sind auffällig viele Bewohner/innen der Armenviertel und auch zahlreiche jüngere Menschen. Die hohen Infektionszahlen machen das Land zum idealen Testlabor für potenzielle Impfstoffe. Mehrere internationale Pharmakonzerne testen derzeit ihre Präparate an tausenden Freiwilligen in Brasilien.
Die Regierung unter dem ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro hat zwar viel Kritik einstecken müssen für ihren chaotischen Umgang mit der Pandemie, dennoch hat es Bolsonaro geschafft, sich die Krise zu Nutze zu machen: Breit angelegte Sozialprogramme verhelfen ihm bei ärmeren Bevölkerungsgruppen zu neuer Beliebtheit. Genützt hat ihm nicht zuletzt auch seine eigene Covid-Erkrankung. Der milde Krankheitsverlauf schien seine These von einem "kleinen Grippchen" zu bestätigen - zumindest in den Augen seiner Anhänger. Heute sind Bolsonaros Umfragewerte so gut wie selten zuvor.

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