Edvard Benes

Edvard Benes - APA/DPA

75 Jahre Beneš-Dekrete

Zum 75. Jahrestag der Benes-Dekrete
Zur Geschichte deutsch-tschechischer Beziehungen

Im März 1939 marschierten die Nationalsozialisten in Prag ein und errichteten im sogenannten "Protektorat Böhmen und Mähren" ein brutales Besatzungsregime. Edvard Benes, ehemaliger Staatspräsident und Teil der tschechoslowakischen Exilregierung, lebte seit 1938 in London. Im Dezember 1943 schloss er einen Vertrag mit Josef Stalin. Nach Kriegsende verblieb die wiederhergestellte Tschechoslowakei im Einflussbereich der UdSSR, Beneš war wieder Staatspräsident.

Tausende Tschechoslowakinnen waren im Nazi-Regime ermordet worden. Edvard Benes plante, noch als selbsternannter Präsident im Exil, die Vertreibung der Sudetendeutschen. Zwischen 1940 und 1945 erließ er die sogenannten Benes-Dekrete. Die 143 "Dekrete des Präsidenten der Republik", so die offizielle Bezeichnung für die provisorischen Gesetze, wurden insgesamt bis zur Ernennung der vorläufigen Nationalversammlung am 21. Oktober 1945 erlassen und ein halbes Jahr später von dieser gebilligt.

Prinzipiell alle "Personen deutscher oder madjarischer Nationalität" wurden "als staatlich unzuverlässig" erklärt. Ihr Vermögen wurde zwangsbeaufsichtigt, oftmals wurden die Sudetendeutschen auch vollständig enteignet. Mit dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 erklärten die Siegermächte die "Überführung der deutschen Bevölkerung nach Deutschland" für rechtmäßig - allerdings in ordnungsgemäßer und humaner Weise, betonte man.

Bis zu drei Millionen Menschen wurden in den folgenden Jahren nach Deutschland deportiert. Vielerorts ging es dabei alles andere als human zu. Zu groß war der Hass gegen Sudetendeutsche, von denen sich zuvor wiederum viele zum Nationalsozialismus bekannt hatten.

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