Paavo Järvi

AFP/RAIGO PAJULA

Serenaden - beeindruckend, schön, erquickend

Tonhalle Orchester Zürich, Dirigent: Paavo Järvi. Richard Strauss: Serenade Es-Dur op. 7 Antonin Dvorák: Serenade für Bläser d-Moll op. 44 Jean Sibelius: Rakastava (Der Liebende) op. 14 * Antonin Dvorák: Serenade für Streicher E-Dur op. 22 (aufgenommen am 20. Jänner bzw. 19. Juni in der Tonhalle Maag, Zürich). Präsentation: Peter Kislinger

Ein Ö1-Konzert mit zwei Konzertmitschnitten aus der Tonhalle MAAG Zürich. Der erste entstand vor, der zweite nach der durch COVID-19 bedingten "Veranstaltungspause". Das Virus beeinträchtigt auch die Sanierung und den Umbau des Kongresshauses und der Tonhalle. Der Eröffnungstermin wurde von Frühling auf Herbst 2021 verschoben. Das Tonhalle-Orchester Zürich spielt seit September 2017 in der Tonhalle MAAG Zürich-Wes. Der "modulare Konzertsaal" bietet bis zu 1224 Sitzplätze. "MAAG" steht für Music & Arts AG.


Bläserserenaden - beeindruckend, schön, erquickend

Die Bläserserenade des 17-jährigen Richard Strauss für 13 Bläser beeindruckte den Dirigenten Hans von Bülow so sehr, dass er sie in das Tourneeprogramm der von ihm geleiteten Meininger Hofkapelle aufnahm. Dieses Opus 7 war nicht die erste Komposition des Gymnasiasten, einige Lieder, das Streichquartett op. 2, die Klaviersonate op. 5 und sogar eine Sinfonie in d-Moll waren der Talentprobe vorangegangen. Das Konzert am 20. Jänner 2020 in der Tonhalle MAAG schloss mit einem Werk, von dem Johannes Brahms im Mai 1897 nicht genug bekommen konnte. Er schwärmte vom "schönen, erquickenden Eindruck" der Serenade für Bläser von Dvorák.


Back on stage mit Sibelius

Fünf Monate später, am 19. Juni, gab das Tonhalle Orchester Zürich, wieder unter der Leitung von Paavo Järvi, ein Konzert mit dem Titel "Back on stage". Das erste Konzert des Orchesters vor Publikum nach der COVID-19-bedingten Pause des Konzertlebens begann mit einem Kleinod, der "Rakastava"-Suite (Der Liebende) für Streichorchester von Jean Sibelius.


Hochachtungsvoll Ergebenster Anton Dvorak

"Wer 30 Jahre und darüber die Entwicklung zeitgenössischer Musik verfolgt hat, dem stellt sich ein eigenthümliches wehmütiges Gefühl ... immer stärker ein ..., nämlich wie ausserordentlich selten ein ... ganzes Talent ist. Man hat soviel mit Viertel- und Achtelbegabungen zu thun, dass man zuletzt das Vertrauen zu jeder neuen Bekanntschaft verliert." Dieser Stoßseufzer-Introduktion eines Verlegers folgte eine Arie auf einen vermeintlichen Naturburschen aus Böhmen namens Dvorák. Von ihm hatte der deutsche Verleger Fritz Simrock "Slawische Tänze" gehört. Also schickte Dvorák auf Nachfrage seine 5. Symphonie, zwei Quartette, zwei Trios, das Sextett, und von der "Serenade, die in Prag schon öfters mit grossem Beifall aufgeführt wurde", legte Dvorak einen "Clavierauszug" bei. Der Briefschluss: "Hochachtungsvoll Ergebenster Anton Dvorak (P.S.: Honorarforderungen liegen bei)."

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