Markus Poschner

WINKLER

Fast eine Verdi-Symphonie und ein Klassiker des Viola-Repertoires

Orchestra della Svizzera italiana, Dirigent: Markus Poschner. Nils Mönkemeyer, Viola; Ivan Vukcevic, Violine.
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zur Oper "Nabucco" William Walton: Konzert für Viola und Orchester Béla Bartók: Neujahrsgruß Sz 98 * Giuseppe Verdi: a) Ouvertüre zur Oper "Stiffelio"; b) Ouvertüre zur Oper "l Masnadieri"; c) Ouvertüre zur Oper "La forza del destino" (aufgenommen am 1. Oktober 2020 im Lugano Arte e Cultura). Präsentation: Peter Kislinger

Genese eines Konzerts

Markus Poschner, Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz und des Orchestra della Svizzera Italiana, hatte sich etwas Besonderes vorgenommen. Insgesamt fünf Ouvertüren zu Opern Giuseppe Verdis aus einem Zeitraum von 20 Jahren sollten die Entwicklung des Komponisten nachvollziehbar machen.
Der Ouvertüre zu "Nabucco" würden das 1929 uraufgeführte Violakonzert Waltons, das Markus Poschner mit dem deutschen Bratschisten Nils Mönkemeyer und den Bamberger Symphonikern bereits 2016 für CD aufgenommen hatte, und ein Bouquet von vier weiteren Verdi-Ouvertüren folgen. Sie würden, ohne Pause gespielt, wie eine Symphonie wirken. COVID 19-Bestimmungen machten aus der Quasi-Symphonie Verdis eine dreisätzige Suite.


Waltons Violakonzert? "Das ist doch nichts!"

Der deutsche Komponist Paul Hindemith war in jungen Jahren Geiger, wechselte später zur Viola und wurde ein begehrter Solist. So sehr gefragt war er, dass er 1929 das Werk eines jungen Kollegen uraufführte: das Bratschenkonzert von William Walton. Auf Drängen des Dirigenten Sir Thomas Beecham war Hindemith in letzter Minute eingesprungen. Der englische Bratschist Lionel Tertis hatte die Noten mit der Bemerkung zurückgeschickt: "Das ist doch nichts!" Hindemith und das Publikum der London Proms waren anderer Meinung. Das Violakonzert des damals 26-jährigen Walton ist ein Klassiker der Bratschenliteratur geworden.

Here´s the real thing - at last!

Vor Beginn der Komposition, so witzelte der 1983 verstorbene Walton, habe er nur "gewusst", dass die Viola "grauenhaft" klinge. Guido Adler, der mit Gustav Mahler befreundete Musikwissenschaftler, hörte das Werk in den 1930er Jahren und bemerkte mit historisch belegten Tränen in den Augen: "Here´s the real thing - at last!"

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