Porträt von Ingrid Brodnig

Ingrid Brodnig - INGO PERTRAMER

Punkt eins

Totschlagargumente, Andersdenkende und Krisenbewältigung

Wie können wir miteinander diskutieren?
Gast: Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin.
Moderation: Barbara Zeithammer.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
E-Mails an punkteins(at)orf.at

Am Anfang war die Solidarität, dann kamen mit der Zeit, mit den Unsicherheiten und Ängsten, mit den Kommunikationsfehlern, den wirtschaftlichen Nöten und Einschränkungen auch der Unmut und der Stress. Je schwieriger eine Lebenssituation, je größer das Gefühl von Hilflosigkeit, desto größer ist der Wunsch nach einer Erklärung.

"Vorsicht: Die Corona-Pandemie hat schädliche und irreführende Verschwörungstheorien hervorgebracht. Man erkennt sie manchmal schwer oder weiß nicht, wie man damit umgehen soll" - dieser Warnhinweis findet sich auf einer Informationsseite der EU-Kommission, die gemeinsam mit der UNESCO in mehreren Sprachen helfen will, Verschwörungstheorien zu erkennen, zu widerlegen und ihnen entgegenzuwirken.

Wie schwer es sein kann, mit solchen Theorien umzugehen, erleben in der Corona-Pandemie zahlreiche Menschen, wenn sie versuchen, mit Familienangehörigen oder Freunden zu diskutieren: "Du hast ja keine Ahnung", heißt es beispielsweise, oder "es können doch nicht alle Verschwörungstheoretiker sein", "Andersdenkende werden mundtot gemacht".

"Viele haltlose Gerüchte, Desinformationen bis hin zu Verschwörungserzählungen sind auch deshalb ernst zu nehmen, weil sie es uns erschweren, sowohl als Gesellschaft als auch im persönlichen Umfeld in ein sachliches Gespräch miteinander zu kommen; weil sie die Bruchlinien zwischen uns vergrößern", schreibt Ingrid Brodnig in der Einleitung ihres neuen Buches "Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern - in der Familie, im Freundeskreis und online" (Brandstätter Verlag).

Nachdem sie sich in vorigen Büchern mit Hass und Lügen im Netz befasst hat, geht es der Journalistin und Autorin nun um Strategien für Diskussionen mit Menschen, die an Verschwörungserzählungen aller Arten glauben. Fakten können dabei genauso hinderlich sein wie zu hohe Erwartungen, schreibt sie, was aber helfen kann, ist das Wissen um die große Not, die entsteht, wenn wir das Gefühl haben, unser Leben nicht mehr kontrollieren zu können.

Über die diffuse Gemengelage dieser Zeit und die Regeln des Gesprächs, über das "Recht auf eigene Fakten" und das Missverständnis mit der Meinungsfreiheit, diskutiert Ingrid Brodnig mit Barbara Zeithammer und den Hörerinnen und Hörern von Punkt eins.

Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Service

Buchtipp:
Ingrid Brodnig: Einspruch! Verschwörungsmythen und Fake News kontern - in der Familie, im Freundeskreis und online. Brandstätter Verlag, 2021

https://ec.europa.eu/info/live-work-travel-eu/coronavirus-response/fighting-disinformation/identifying-conspiracy-theories_de/Bekämpfung von Desinformation - eine Information der EU Kommission und der UNESCO

Sendereihe

Playlist

Urheber/Urheberin:
Tori Amos
Titel: Flavor
Ausführender/Ausführende: Tori Amos
Länge: 04:03 min
Label: Universal

Urheber/Urheberin: Paul Simon
Titel: The dangling conversation
Ausführender/Ausführende: Joan Baez
Länge: 02:47 min
Label: VMD

Urheber/Urheberin: Leonard Cohen
Sharon Robinson
Titel: Everybody knows/live
Ausführender/Ausführende: Leonard Cohen
Länge: 05:53 min
Label: Columbia/Sony Music

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