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Radiokolleg - Wege aus der Krise

Wie Europa die Wirtschaft hochfahren will (3). Gestaltung: Christina Höfferer, Christine Pawlata

Ein Roadmovie durch die Corona-Ökonomie: Welche Strategien schlagen Experten vor, und welche Wege haben sich internationale Organisationen, wie EU und UNO sowie nationale Regierungen ausgedacht, um die weltweit von der Covid-Krise gebeutelte Ökonomie wieder in Schwung zu kriegen?

Die Europäische Union stellt für die Erholung Europas nach Corona mit 1,8 Billionen Euro das größte Konjunkturpaket bereit, das jemals aus dem EU-Haushalt finanziert wurde. "Es soll ein grüneres, stärker digital ausgerichtetes und krisenfesteres Europa werden," stellt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fest. 750 Milliarden Euro dieses Pakets umfasst der European Recovery Fund, das Europäische Wiederaufbauprogramm mit dem Titel Next Generation EU. Wie soll diese Summe konkret eingesetzt werden, damit jeder etwas davon hat?

Welche Geburtsfehler hat das ambitiöse und umstrittene Programm? Die Bindung der Auszahlung der Mittel an die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien wird von Polen und Ungarn abgelehnt. Obwohl laut EU Kommission der europäischen Wirtschaft alljährlich durch die nicht verwirklichte Gleichberechtigung Kosten von 370 Milliarden Euro entstehen, fehlen im Programm "Next Generation EU" gleichstellungspolitische Maßnahmen zur Gänze. Und welche Garantien gibt es, dass die Fördermittel nicht in den Händen des organisierten Verbrechen landen?

Die Förderideen der einzelnen Staaten sind so vielfältig wie Europa selbst: Ein Vergleich von Corona-Hilfen in verschiedenen EU-Ländern zeigt, dass Deutschland und Österreich die Mehrwertsteuer gesenkt haben und Italien Fahrradkäufe fördert. England erstattete mitten im ersten Lockdown 50 % der Restaurantrechnungen.Plötzlich sind die Regeln der Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt. Einige Betriebe verfügen durch die Förderungen über mehr Geld, als sie ohne Corona hätten. Andere Betriebe stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.

Wer sind die Gewinner der Coronakrise? Zweifelsohne Onlinehandel, Streamingdienste, soziale Medien und Kommunikationsplattformen, sowie der Goldhandel, denn Gold ist verfestigter Angstschweiß. Wer im März im Sinkflug befindliche Aktien gekauft hat, verkauft sie jetzt oft mit Gewinn, und während im Frühjahr 2010 traditionelle Urlaubsdestinationen und Fluglinien unter den Auswirkungen der Coronakrise ächzten, boomte der heimische Berg- und Seentourismus.

Wie lohnenswert ist es, in die Natur zu investieren und welches Kapital stellt die Natur für unsere Zukunft dar? So versucht etwa der ehemalige amerikanische Investmentbanker Mark R. Tercek mit seiner Organisation The Nature Conservancy Firmen davon zu überzeugen, in Natur zu investieren. Forscher an der Universität Wageningen in den Niederlanden arbeiten daran, den Wert der Natur in Euro auszudrücken: Das Naturkapital. Ist das ein möglicher Weg für die Zukunft?

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