Fundstück aus dem ORF-Archiv: Hans Kollers "Free Sound & Super Brass"

Hans Kollers "Free Sound & Super Brass" im September 1976 in Wien

Nach 20 erfolgreichen Jahren in Deutschland, wo er vor allem in den 1950ern mit seinen "New Jazz Stars" zur Szene-Zentralgestalt aufstieg, kehrte der Wiener Saxofonist Hans Koller 1970 in seine Heimatstadt zurück und konzentrierte sich hier vor allem auf seine neue, Free-Jazz-orientierte "Free Sound"-Band mit jungen Musikern. Dann und wann stand ihm indessen auch weiterhin der Sinn nach großformatigem Bigband-Sound, den er u. a. 1968 in der ausladenden Orchester-Suite "New York City" ausgelebt hatte:

"Free Sound & Super Brass" hieß 1975/76 das kurzlebige Projekt Kollers, in dem er - mit Pianist Wolfgang Dauner als Co-Leader - sein Quartett um einen aus sieben Trompetern bzw. Flügelhornisten (darunter Ack van Rooyen, Kenny Wheeler und Herbert Joos) sowie fünf Posaunisten (Albert Mangelsdorff, Erich Kleinschuster u.a.) bestehenden, hochkarätigen Blechbläsersatz erweiterte. Das Orchester nahm im Oktober 1975 im Audimax der TU Wien eine Platte auf, ein knappes Jahr später, am 23. September 1976, gastierte "Free Sound & Super Brass" in einem denkwürdigen Konzert im Großen Saal des Wiener Konzerthauses. In der unveröffentlichten ORF-Aufnahme sind Kompositionen Kollers zu hören, die nicht auf der LP enthalten sind - darunter "Akt, eine Treppe herabsteigend" und "Dorfballade". Helmut Jasbar präsentiert exakt am Tag des 100. Geburtstags Hans Kollers dieses Fundstück aus dem ORF-Archiv.

Gestaltung: Helmut Jasbar

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