Ensemble Phace

LAURENT ZIEGLER

Zeit-Ton

Musik als Brücke über Lärm und Leere

Das Ensemble Phace mit seinem Programm "Strata" im Wiener Konzerthaus

Unter dem Motto "Situations" will das Ensemble Phace in seinem aktuellen, freilich unweigerlich von der Pandemie überschatteten Konzertzyklus im Wiener Konzerthaus Spielräume für persönliche Interpretationen und Brüche mit allumfassenden Wirklichkeiten erschließen. Nach der bedauerlichen Absage des Eröffnungsabends im November 2020 ist dieses zweite, von Nacho de Paz geleitete Programm "Strata" überschrieben - benannt nach einem Werk von Martin Jaggi, in dem dieser Sopransaxophon, Viola, Schlagzeug und Klavier in immer tiefere und ältere Musikschichten vordringen lässt.

In "Situationen/Dialoge" kreiert Anahita Abbasi unterschiedlichste Zustände, in denen die Musiker/innen in einem erweiterten instrumentalen Kontext mit Klängen, Klangquellen und Zuhörenden in Kommunikation treten: ein Austausch, der nicht nur über Sprache, sondern auch durch rein klangliche Interaktion entsteht und einen Weg zu einer grundlegenden Transformation einzelner Menschen und Gruppen bereiten soll.

Ein Zitat aus Samuel Becketts "Warten auf Godot" liefert Yair Klartag den Stücktitel: In "There's no lack of void" beschäftigt er sich mit dem akustischen Informationsüberfluss, der jede Bedeutung verschluckt. Das Werk ist ein Versuch, ein Überangebot musikalischer Reize abzubilden und im dichten, überwältigenden Mahlstrom musikalischer Ereignisse und Ideen Momente des authentischen, ehrlichen Ausdrucks zu finden, ohne selbstreferenziell um sich selbst zu kreisen. Elisabeth Harnik und Lorenzo Troiani ergänzen das Programm mit zwei neuen Werken für Phace.

Gestaltung: Walter Weidringer

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