Rudi! Radio für Kinder

Ilhans Geschichte

Diskriminierung in der Schule

Was macht jemand, der nicht gut rechnen kann, fragt Persy den Radiohund. Ganz klar: Üben! Manchmal bekommt ein Kind leider keine Unterstützung beim Rechnen, sagt der Sozialpädagoge Persy Lowis Bulayumi, der sich mit der Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen (IDB) dafür einsetzt, dass jedes Kind die gleichen Chancen in der Schule hat. Persy erzählt die Geschichte von Ilhan, der wegen seiner Rechenschwäche in der Volksschulzeit in eine andere Klasse gekommen ist und über die großen Auswirkungen dieser Entscheidung.


Persy Lowis Bulayumi, IDB: "Ich habe einmal einen jungen Menschen kennen gelernt, der hieß Ilhan. Bei einem Elternsprechtag in zweiten Klasse Volksschule hat die Lehrerin zu den Eltern gesagt: Ilhan hat eine Rechenschwäche. Sie hat nicht gesagt, Ilhan muss üben, er braucht Nachhilfe. Sondern sie hat gesagt, er kommt in eine Klasse, wo er weniger Mathematik hat. Was den Eltern aber nicht gesagt wurde ist, dass er nicht nur weniger Mathematik hat, sondern auch weniger Deutsch und weniger Englisch. Und wir wissen, dass Deutsch, Mathematik und Englisch ganz wichtig sind. Ansonsten kommst du nicht an eine Oberstufe oder an die Universität, du tust dir sogar bei vielen Lehrberufen schwer, ohne Englisch und ohne gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse. Das ist extrem wichtig. Das heißt Ilhan konnte mit 15 Jahren dann eigentlich nicht so viel, obwohl er ein blitzgescheiter junger Mann war. Er hat dadurch nicht so viele Möglichkeiten in seinem Leben. Das heißt, er wurde eigentlich schon mit sieben, acht Jahren diskriminiert; er wurde ausgeschlossen."


Gestaltung: Franziska Schwarz

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Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen

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