Ein Wissenschafter an der Zentralanstalt fuer Meteorologie und Geodynamik in Wien zeigt auf eine Aufzeichnung eines Erdbebens.

APA/ROLAND SCHLAGER

Punkt eins

Es bebt

Erdbeben in Österreich und Umgebung - Kuriosität oder Gefahr?
Gast: Doz. Dr. Wolfgang Lenhardt, Leiter der Abteilung Geophysik, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.
Moderation: Xaver Forthuber.
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Am 30. März ereignete sich im Bezirk Neunkirchen im niederösterreichischen Industrieviertel das stärkste Erdbeben, das seit über 20 Jahren in Österreich gemessen wurde. Es wurde in weiten Teilen Österreichs verspürt; viele Menschen erschraken oder hatten sogar Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Über 12.000 Meldungen gingen bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ein. An einigen Gebäuden entstanden minimale Schäden, vor allem Risse im Verputz.

Am Osterwochenende war im Raum Klagenfurt ein Erdstoß von geringerer, aber immer noch deutlich wahrnehmbarer Stärke zu spüren. Anrainerinnen und Anrainer sagten zum ORF Kärnten, man sei dort leichte Erdbeben bereits gewohnt. Immer wieder spürt man dort etwa die Auswirkungen von Beben im kroatischen Mittelmeerraum.

Mit einer Magnitude von maximal 4,6 sind diese "österreichischen" Erdbeben noch relativ zahm. In Japan und Neuseeland, die in der geologisch aktiven Zone des pazifischen Feuerrings liegen, gab es allein im vergangenen Monat vier Ereignisse, die 7,0 auf der Magnitudenskala überschritten haben. Dabei werden Gebäude und Stromleitungen schon ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen, Menschen gefährdet, und Tsunamis können entstehen.

Als Leiter der Abteilung Geophysik an der ZAMG steht Wolfgang Lenhardt den Medien und der Bevölkerung regelmäßig für Auskünfte und Einschätzungen zu lokalen Erdbeben zur Verfügung. Seine wissenschaftliche Arbeit umfasst etwa das Sammeln von Daten über die tektonischen Spannungen im Ostalpenraum sowie Frühwarnsysteme und Gefahrenanalysen. Dabei geht es ihm auch darum, Erdbebensicherheit stärker im Bewusstsein der heimischen Planerinnen und Planer zu verankern. Beinahe jedes vierte Gebäude in Österreich sei im Erdbebenfall schadensanfällig bzw. unsicher, meldet dieser Tage das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Zusätzlich habe sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht ausreichend mit Erdbeben auseinandergesetzt, um sich im Ernstfall richtig zu verhalten und zu schützen.

Was wissen Sie über die Beschaffenheit der Erdkruste in unserer Gegend? Nehmen Sie Erdbeben wahr, und nehmen Sie sie ernst?

Bei Xaver Forthuber können Sie mit Wolfgang Lenhardt sprechen: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

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