Illustration von Gerste.

ORF/ISABELLE ORSINI ROSENBERG

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Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

E wie Erbse, F wie Fenchel, G wie Gerste, H wie Hanf (3). Gestaltung: Ilse Huber, Renate Pliem, Kim Shirin Cupal

G wie Gerste
Sie gehört zu den ältesten kultivierten Getreidearten: Schon vor zirka 10.000 Jahren wurde die Gerste im Bereich des "Fruchtbaren Halbmondes" im Norden der arabischen Halbinsel domestiziert. In Mitteleuropa steht die Gerste seit der Jungsteinzeit auf dem Speiseplan der Menschen und wird seither auch als Viehfutter eingesetzt. In der Bronzezeit stärkten sich die prähistorischen Bergleute von Hallstatt mit einem Brei, der aus Bohnen, Rollgerste, Hirse und Schweinefleisch bestand - heute noch kennt man dieses Gericht als "Ritschert".

Die Gerste ist eine einjährige Pflanze und gehört zur Familie der Süßgräser. Man erkennt diese Getreideart daran, dass ihre Ähren lange Grannen haben, feine Fäden, die die Samenkörner umschließen. Die Halme sind relativ kurz, reife Ähren hängen nach unten geneigt. Es wird Sommer- und Wintergerste angebaut, je nachdem, wann das Getreide ausgesät und geerntet wird.

In den kleinen Körnern steckt viel Kraft: Gerste enthält Ballaststoffe, Eiweiß, Mineralstoffe und viele essenzielle Aminosäuren. Das Getreide hat nur wenig Gluten, deshalb kann reines Gerstenbrot nicht gebacken werden. Personen mit Glutenunverträglichkeit sollten dennoch Produkte aus Gerste meiden.
Bier, Whiskey und Malzkaffee wären ohne die Gerste undenkbar. Da sie frisch vom Feld nicht für die direkte Verwendung geeignet ist, muss sie behandelt werden: Das so genannte "Mälzen" ist ein kontrollierter Keimvorgang, bei dem aus Getreide Malz entsteht.
Gestaltung: Renate Pliem

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