Leere Aussparung, zerstörte Buddhastatue, Talibansoldaten im Bamiyan-Tal

AP/AMIR SHAH

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Radiokolleg - Vernichtete Kunst, verwüstete Heiligtümer

Weltkulturerbe in Konfliktgebieten (1). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

2001 zerstörten die radikalislamischen Taliban im afghanischen Bamiyan-Tal die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. 2012 zertrümmerten Rebellen in der malischen Hauptstadt Timbuktu Mausoleen und vernichteten wertvolle Manuskripte. 2015 sprengte der Islamische Staat den Baal-Tempel im syrischen Palmyra. Dies sind nur drei Beispiele der Kulturzerstörung aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. Neu war, dass die Angreifer in Afghanistan und Syrien ihre Aktionen filmten und die Videos in den sozialen Medien posteten.

In früheren Zeiten dauerte es, bis sich die Nachricht von derartigen Zerstörungen verbreitete. Doch die Aggression gegen Denkmäler, religiöse und zivile Bauten sowie Dokumente, die eine nicht genehme Weltsicht repräsentieren, ist ein uraltes Phänomen, das sich im Lauf der Jahrtausende ständig wiederholt hat. Das lässt sich im Alten Ägypten und in Mesopotamien ebenso dokumentieren wie im Römischen Reich, in den Bilderstürmen der Reformation und in der französischen Revolution. Der Faden zieht sich weiter über die Russische Revolution und den Nationalsozialismus bis in die aktuellen Konfliktgebiete der Welt. Identitätsstiftende Kulturgüter und kulturelles Gedächtnis soll(t)en ausgelöscht werden. Neben ideologischen, religiösen und machtpolitischen Motiven spiel(t)en aber stets auch ökonomische Interessen eine Rolle. Der Wiederaufbau zerstörter Kulturdenkmäler ist und bleibt dabei ein schwieriges und umstrittenes Thema.

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