Salzburger Nachtstudio

Soziales und ästhetisches Tokyo

Soziales und ästhetisches Tokyo
Japanische Impressionen im Olympiajahr 2021
Gestaltung: Nikolaus Halmer

Vielfach werden die Olympischen Spiele als wichtige Veranstaltung gesehen, in der sich das Gemeinsame von Menschen manifestiert. Speziell in der Zeit der Corona-Pandemie sollen friedliche Wettkämpfe die Hoffnung vermitteln, dass es sich bei dem aktuellen Ausnahmezustand um ein temporäres Ereignis handelt. Die Organisatoren haben enorme Anstrengungen unternommen, um eine optimale Realisierung der Olympischen Spiele zu gewährleisten. Das betrifft nicht nur die Infrastruktur von Tokyo, sondern spiegelt sich in einer umfassenden Werbeoffensive wider, die in der japanischen Öffentlichkeit eine positive Stimmung hervorrufen soll.

Anlässlich der Olympischen Spiele ist es angebracht, einige Facetten der reichhaltigen Kultur, Literatur und Philosophie Japans zu beleuchten, die häufig als mysteriös, unzugänglich und unnahbar eingestuft wird. Dieses Vorurteil soll durch Porträts von Schriftstellern wie Öe Kenzaburo, Abe Köbö, Inoue Yasushi, Dazai Osamu, Söseki Natsume oder von Philosophen wie Watsuji Tetsurö und Nishida Kitarö behoben werden. Charakteristisch für diese Autoren ist ihre Opposition gegenüber der Normativität des japanischen Gesellschaftsmodells, die mit dem Ausschluss von Nicht-Leistungsfähigen/willigen einhergeht. Sie verstehen sich als engagierte Intellektuelle; sie kritisieren in ihren Werken das hemmungslose Streben nach Profit, die Ausbreitung nationalistischer und rassistischer Ideologien und verteidigen das Recht der Individuen auf eine selbst bestimmte Lebensführung.

Thematisiert werden auch Facetten der japanischen Kultur, die sich auf ästhetische Phänomene wie Haikus, Kalligraphie, Gärten oder Teezeremonien beziehen. Sie zeichnen sich durch die Eleganz der Einfachheit aus: "Nur eine einfache Hütte an der Küste/Im Halbdunkel der herbstlichen/Abenddämmerung".
Ein Salzburger Nachtstudio von Nikolaus Halmer

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