Ein Musiker spielt Gitarre und singt aus seinem Fenster.

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Musikkonzepte, die die Pandemie überdauern (3). Gestaltung: Katharina Hirschmann

Musik zur Verständigung unter verschiedenen Kulturen, um soziale Konflikte zu lösen, um eine kulturelle Tradition fortzuführen. Die Rolle der Musik in unserer Gesellschaft ist seit jeher tief verankert - und äußerst vielfältig. Sie dient der Unterhaltung wie der Reflexion. Die Rolle der Musiker/innen schien bisher klar definiert. Sie waren die Übermittler dieser musikalischen Botschaften, im Rahmen von Tonträgern, vor allem aber im Rahmen von Live-Auftritten. Konzerte sind Raum der Interaktion, des Austauschs, der Reflexion - für die Musiker/innen, aber vor allem auch für das Publikum. Der performative und interaktive Akt, den diese Auftritte darstellten, sind mehr als nur Unterhaltung: sie sind Lebensquell für zahlreiche Menschen.

Was aber passiert, wenn diese Form auf einmal nicht mehr existiert? Wenn Musiker/innen der Nährboden ihrer Existenz genommen wird? Wenn dem Publikum dieser Ort des Austauschs und der Reflexion genommen wird? Welche neuen Formen hat diese Situation zutage gebracht? Oder anders gefragt: Wenn das Medium die Botschaft ist, wie ändert sich die Botschaft, wenn das Medium in der bekannten Form nicht mehr existiert? Durch die Unmöglichkeit aufzutreten, wurde die Rolle der Musiker/innen grundlegend in Frage gestellt. Musikvermittlung hat dadurch gezwungenermaßen neue Formen angenommen.

Dabei sind alternative Konzepte entstanden, die die Pandemie im besten Fall überdauern werden. Crossmarketing lautet eines der Schlagworte, mit denen Musiker/innen der Krise begegnet sind - und ihr standgehalten haben. In diesem Kontext wurde Musik oftmals zu einem Service, das mit anderen Produkten lediglich mitgeliefert wird. Dabei stellt sich die Frage, ob es zu einer Entwertung der Musik gekommen ist. Ausweichen in andere Räume war eine andere Möglichkeit im Umgang mit der Krise. Das Erkunden der Außenwelt fand Eingang ins Konzertwesen - seien es Wälder, Wiesen oder Dome.

Auch das Internet spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Ob TikTok, Youtube oder andere Plattformen. Der virtuelle Raum bot eine Rückzugsmöglichkeit für zahlreiche Musikschaffende, die sich hier auf vielfältige Weise neu aufstellten - sei es in den allseits bekannten Wohnzimmerkonzerten per Stream oder in Form von DJ-Sessions im Rahmen von Computerspielen.
Doch all das hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die wohl auch nach der Pandemie nicht so schnell rückgängig gemacht werden können. Denn was im Internet angeboten wird, ist zumeist ein kostenloses Service, was nicht nur den Wert der Musik neu festlegt, sondern auch den der Musiker/innen. Es zeichnet sich bereits ab, dass Gagen nach der Pandemie neu verhandelt werden müssen.
Die Musikviertelstunde geht der Frage nach, ob und wie man die Rolle der Musiker/innen neu definieren muss und stellt Konzepte vor, die während der Pandemie im letzten Jahr entstanden sind, diese aber überdauern können.

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Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Dunkelbunt (Ulf Lindemann)
Titel: In the fields of Musashino
I: Dunkelbunt
Länge: 03:10 min
Label: Magan

Komponist/Komponistin: Dunkelbunt (Ulf Lindemann)
Titel: Doarling (you are my k1)
I: Dunkelbunt
Länge: 02:58 min
Label: Magan

Komponist/Komponistin: Mathias Rüegg
Album: Solitude Diaries
Titel: Selbstgewähltes Alleinsein/instr.
Untertitel: 20.3. - Take 3: A kind of romantic
Gesamttitel: 1.Woche
Solist/Solistin: Frantisek Jánoska /Piano
Länge: 01:24 min
Label: Lotus Records LR20060CD

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